Welche Kamera für Nachtaufnahmen und dunkle Räume?

Welche Digitalkamera ist die richtige für mich? Kompakt oder DSLR?

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Dany83
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Welche Kamera für Nachtaufnahmen und dunkle Räume?

Beitrag von Dany83 » Di Sep 03, 2013 3:30 pm

Hallo liebe Community,

ich bin gerade auf der Suche nach einer passenden Kamera.
Zur Zeit habe ich die Digitalkamera Olympus D-700. Ich hatte sie damals für "einfache" Aufnahmen gekauft. Die Bildqualität bei Tageslicht ist ok, sobald man jedoch Nachtaufnahmen bzw. Aufnahmen in Kirchen usw. machen will, ist es eine Katastrophe (alles verschwommen). Da ich viel verreise, suche ich nun dringend eine Kamera, die eben diese Nachtaufnahmen und Aufnahmen in dunklen Räumen problemlos hinbekommt. Das wäre mir erst einmal das Wichtigste. Wenn man dann natürlich auch noch schöne Landschaftsdetails damit hinbekommt, wäre das noch das i-Tüpfelchen.
Habt ihr Tipps und Empfehlungen? :D

KaoTai

Beitrag von KaoTai » Di Sep 03, 2013 8:13 pm

Wenn die Nachtaufnahmen unscharf werden, dann liegt das wohl daran, dass die Fotos aufgrund der langen Belichtungszeit verwackelt sind.
Degegen gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten, wobei die erste nur begrenzt hilft:

Entweder Du stellst an der Kamera eine höhere ISO-Zahl ein, oder Du verwendest ein Stativ.

Hohe ISO-Zahlen helfen nur begrenzt und führen bei günstigen Kameras (solche mit kleinem Bildsensor und lichtschwachen Objektiven) zu stark verrauschten Aufnahmen.
D.h. gleichmäßige Flächen erscheinen dann im Bild bunt gesprenkelt.

Ein Stativ ist zwar unbequem, hilft aber an jeder Kamera, denn es erlaubt der Kamera lange Belichtungszeiten ohne unmäßig hohe ISO-Zahlen.
Und das Stativ-Gewinde ist seit Jahrzehnten einheitlich, d.h. Du kannst beinahe jedes Stativ für jede Kamera verwenden.


(Ein in der Kamera eingebauter Bildstabilisator hilft auch nur begrenzt, erlaubt zwar längere Belichtungszeiten, aber wenn es richtig dunkel wird, kommt er schnell an seine Grenze.)

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adlatus
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Beitrag von adlatus » Mi Sep 04, 2013 9:18 am

Was für ein Objektiv oder was für Objektive verwendest Du?

Welche Lichtstärke haben Deine Objektive ???


Und welche Einstellungen wälst Du?


Zeig doch einfach mal ein Foto und ich schaue mal Anhand der exifs, was da ggf. "falsch" gelaufen sein könnte...


LG
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Beitrag von Masta101 » So Sep 15, 2013 12:25 am

möchte mich der Suche anschließen. Hab nicht die allerhöchsten Erwartungen an die Digitalkamera, fotografiere zwar extrem gerne, aber bis jetzt hat es auch immer die Handykamera getan (HTC Incredible S). Allerdings sind Fotos mit wenig Licht (z.B. Nachts) eine Katastrophe mit den Handykameras. Deshalb will ich mir jetzt eine Digitalkamera zulegen. Es muss nichts extrem professionelles sein, hauptsache die Bilder sehen einigermaßen ordentlich aus.

Hier mal Beispielbilder:

https://lh5.googleusercontent.com/-m3m2 ... AG3906.jpg

https://lh4.googleusercontent.com/-h7CX ... AG3576.jpg


Kann mir nicht vorstellen dass eine extrem professionelle Digicam und Stativ und und und benötigt wird nur um da bessere Aufnahmen hinzubekommen, lasse mich aber gerne eines besseren belehren. Habt ihr denn ansonsten gute Vorschläge was ich mir holen sollte? Am besten vielleicht sogar mit eigenen Beispielbildern.

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Beitrag von gunch » So Sep 15, 2013 9:34 am

Das geht deutlich besser.

Schau dich doch mal in der Galerie um...

z.B. hier: http://www.fototalk.de/album_pic.php?pic_id=84784

Das war nur eine Kompakte Nikon P 7100, aufgelegt mit Selbstauslöser.

vobe49
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Beitrag von vobe49 » Di Sep 17, 2013 6:27 pm

Hallo Dany83,
um so gute Nacht-/Lowlightaufnahmen, wie von gunch gezeigt, machen zu können, bedarf es einiger technischer und Wissensvoraussetzungen. Mit einer billigen Boxkamera ist das kaum möglich. Der sehr kleine Bildsensor von Boxkameras liefert bei sehr guten Lichtverhältnissen brauchbare Aufnahmen; unter Lowlightbedingungen kommen da nur verrauschte und vermatschte Aufnahmen raus. Schraubt man den ISO-Wert hoch, wird der Bildsensor über eine höhere Spannung empfindlicher gemacht. Dadurch beeinflussen sich aber die eng aneinander liegenden Pixel auf dem Sensor, was Bild- und Farbrauschen verursacht. Damit das nicht zu schlimm aussieht, wird das durch die Kamerasoftware wegreduschiert, was zur schlechten Auflösung führt. Die Bilder wirken wie verwaschen.
Wenn du viele Lowlight-/Nachtaufnahmen machen willst, kauf dir also eine DSLR- oder Systemkamera mit APS-C Sensor. Da ist ein gebrauchtes und etwas älteres Modell besser und auch preiswerter als viele neuere Boxkameras.

Nächster Schritt: für Nachtaufnahmen, Dämmerungsaufnahmen u. ä. stellt man die Kamera auf ein Stativ. Kann man keinen Fernauslöser anschließen, benutzt man den Selbstauslöser. Beim Motiv schaut man, dass keine übermäßig helle dominierende Lichtquelle im Blickfeld steht. Man stellt einen mittleren Blendenwert ein (z. B. 6,5), ISO 100 und misst mit dieser Einstellung die Belichtungszeit aus und merkt sich alle Werte. Man probiert es erst mal mit dem automatischen Weißabgleich oder macht einen manuellen Weisabgleich; manche Kameras haben eine manuelle Einstellmöglichkeit für die Kelvintemperatur nach optischen Eindruck. Danach stellt man die Kamera auf Manuell und stellt dort die Blende und die ausgemessene Belichtungszeit ein. Damit macht man eine Probenahme und schaut sich die Aufnahme an. Anschließend kann man mit Variation der Belichtungszeit (kürzer oder länger) das Ergebnis noch verbessern.
Nachtaufnahmen in freier Natur sollte man bei Windstille machen. Die Belichtungszeit sollte nicht zu lang sein, weil auch dadurch Unschärfen entstehen. Wenn die Kamera bei ISO-Werten bis 800 wenig Rauschen zeigt, kann man auch mit dem ISO-Wert noch etwas experimentieren. Übrigens sollte man Nachtaufnahmen bereits in der späten Dämmerung machen - nicht wenn es ganz dunkel ist.
Um zu solchen Aufnahmen wie von gunch zu kommen, braucht es eine Menge Übung - aber das macht ja gerade Spaß - und den Rest macht die Bildbearbeitung.
Gruß vobe49

KaoTai

Beitrag von KaoTai » Di Sep 17, 2013 7:24 pm

vobe49 hat geschrieben:Boxkameras
Unter "Boxkamera" verstand man so etwas:

http://de.wikipedia.org/wiki/Boxkamera

Was Du meinst, würde ich als "digitale Kompaktkamera" bezeichnen.

vobe49
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Beitrag von vobe49 » Mi Sep 18, 2013 7:01 am

Hallo KaoTai,
natürlich hast du Recht. Da ich mit Kompaktkameras nicht arbeite (aber öfter mal die Menüs der total verstellten Knipsen meiner Bekannten geraderücken muss), fällt mir meist die korrekte Bezeichnung nicht ein. Sicher gibt es auch die eine oder andere Hosentaschenkamera (Kompaktkamera), die eine etwas positivere Bewertung verdient. Wenn ich aber die Preise solcher Kameras sehe, sind die auch nicht ohne und zum Teil völlig überteuert.
Mit meinem Beitrag wollte ich Dany83 etwas allgemeingültigere Hinweise zur Lowlightfotografie geben. Das Thema ist ansich sehr interessant und nicht ganz einfach. Wäre schon nicht schlecht mal von einem richtigen Profi zu hören, wie er zu excellenten Nachtaufnahmen kommt; ich bin auch nur ambitionierter Amateur.
Gruß vobe49

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