Seid Ihr alle ein bisschen photoshop?

Alles rund um die digitale Bearbeitung der Bilder am Computer. Bearbeitungsmethoden der Digitalfotografie.

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Gast

Seid Ihr alle ein bisschen photoshop?

Beitrag von Gast » Mo Sep 21, 2009 8:26 pm

8)
Hey,
Ich möchte hier mal gern folgendes wissen: `Bin nun seit einiger Zeit hier und habe durch mein blödes Fragen und vieles Stöbern schon einiges gelernt.
Seit ich "PHOTO ME" habe, schaue ich auch ganz frech, mit was für Kameras hier gearbeitet wird und dabei stelle ich fest, dass so gut wie alle Bilder nachbearbeitet sind. Photoshop Elements, CS3 etc...Ich meine das nicht abwertend zumal ich ja selber rumbastel oder es zumindest versuche...
Ist es für einen ECHTEN Fotografen eigentlich nicht ein Sakrileg Bilder nachträglich zu bearbeiten? Stellt hier ab und zu jemand ein Foto ein, dass frisch von der Speicherkarte kommt?
:wink:

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Landmädel
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Re: Seid Ihr alle ein bisschen photoshop?

Beitrag von Landmädel » Mo Sep 21, 2009 9:07 pm

nelly hat geschrieben:Stellt hier ab und zu jemand ein Foto ein, dass frisch von der Speicherkarte kommt?
Das kann niemand, denn das Foto darf, um hier gezeigt werden zu können, eine fest definierte Größe nicht überschreiten.

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Cano
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Re: Seid Ihr alle ein bisschen photoshop?

Beitrag von Cano » Mo Sep 21, 2009 10:22 pm

nelly hat geschrieben: Ist es für einen ECHTEN Fotografen eigentlich nicht ein Sakrileg Bilder nachträglich zu bearbeiten?
Es wäre ein Sakrileg, die Bilder nicht nachträglich zu bearbeiten.

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Beitrag von solE500 » Mo Sep 21, 2009 10:45 pm

Trau nie der Kamera, nur dem Histogramm. :wink:

Bilder muss man fast immer ein wenig nachbearbeiten. Damit ist keine Montage gemeint, nur Farben/Weißabgleich, Tonwerte/Kontrast etc.

Rene Koch
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Beitrag von Rene Koch » Mo Sep 21, 2009 10:51 pm

...Photoshop ersetzt die Dunkelkammer der Analogfotografie.

Wer heute behauptet " ich bearbeite meine Bilder nicht", hat damit vielleicht handlungsmäßig recht, doch bearbeitet sind seine Bilder allemal - bereits von der Kamera. Dass macht ja den Erfolg der Digitalfotografie aus. Man hat quasi eine "Sofortbildkamera" in hervorragender Qualität.

Gruß, René

Gast

Beitrag von Gast » Mo Sep 21, 2009 10:52 pm

Zeig mir mal einen Fotografen (gewerblich) der seine Aufnahmen nicht bearbeitet. Warum sollte man das auch nicht tun wenn man die Möglichkeit dazu hat.

Ich kenne hier im Forum nur einen notorischen Nichtnachbearbeiter, welcher gerade seine "X-Serie" präsentiert.

Gast

Beitrag von Gast » Mo Sep 21, 2009 11:22 pm

Der Analogfotograf hat doch auch schon gefotoshopt was das Zeug hergab. Nur halt nicht mit dem PC sondern vor und nach der Aufnahme.


Wenn es schöne Farbenfrohe Urlaubsbilder werden sollten hat er den Velvia oder den Kdak VC (Vivid Color) genommen. Heute wird am PC die Sättigung hochgedreht.

Wenn er SW Wollte wurde ein SW Film eingelegt, macht man heute am PC.

Wenn er SW anders umgesetzt haben wollte wurden Grün, Gelb, Rot oder Blaufilter vor das Objektiv geschraubt.

Macht heute der Kanalmixer bei der SW Wandlung.


Wollte er eine Bestimmte Bildcharakteristik hat er den entsprechenden SW Film (Bei Farbe natürlich auch) gewählt. Ein APX 100 hat die Farben anders in Graustufen umgewandelt als ein Ilford Delta.

Heute dann halt auch per Kanalmixer usw.

Dann wurde das Bild entwickelt. Bei SW war dann die Frage - welcher Entwickler, der eine machte schönere Grautöne, der andere bessere Kontraste. Unterbelichten und Push entwickeln machte das Bild härter, überbelichten und Pull Entwickeln weicher.

Beim Papier dann noch welche Gradation, selektives Nachbelichten, Abwedeln (Heute neudeutsch Dodge&Burn genannt). Wird heute halt am PC erledigt.

Bei Farbe hat das dann im Fachlabor der Facharbeit/die Facharbeiterin gemacht. im Normalen Labor der Computer des Belichters, der erstmal den Weissabgleich (Farbfilter), den Kontrast (Papiergradation) und die Belichtungskorrektur bestimmt und dies dann automatisch beim belichten des Papiers angewendet hat.

Heute macht sowas halt nicht mehr das Großlabor nach deren Vorstellungen sondern jeder kann es selber machen (oder die Kamera machen lassen).

Beim Fotografieren zählt was hinten (ganz hinten) raus kommt und nicht wie es entstanden ist.

Der alte Spruch mit der "Fertige Bild aus Kamera" kenne ich jetzt allerdings auch nur bezogen auf den Ausschnitt und die korrekte Belichtung (Push, Pull - Entwicklung ist recht aufwendig und kodtet etwas Qualität).

Daher haben auch einige Fotografen etwas vom Negativrand mit auf das Bild vergrößert um zu zeigen, das es von anfang an so geplant war.

Gast

Basteln

Beitrag von Gast » Fr Sep 25, 2009 5:51 am

...wenn die Bastelei die Wirklichkeit entstellt, die man vor Ort sah,
ist das Bild entweder ein Fake oder ein Kunstwerk, das in der entsprechenden Rubrik ausgestellt werden müsste:
Eine Fotografie ist ein deutlich bearbeitetes Bild nicht mehr.
http://fototalk.de/album_cat.php?cat_id=6

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Bommelnator
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Re: Basteln

Beitrag von Bommelnator » Fr Sep 25, 2009 8:31 am

countryboy6680 hat geschrieben:...wenn die Bastelei die Wirklichkeit entstellt, die man vor Ort sah,
ist das Bild entweder ein Fake oder ein Kunstwerk, das in der entsprechenden Rubrik ausgestellt werden müsste:
Eine Fotografie ist ein deutlich bearbeitetes Bild nicht mehr.
http://fototalk.de/album_cat.php?cat_id=6
Also sind alle Digi-Kameras nur "Fake-Produzierende-Kisten" und nur Analoge können noch "richtige" Bilder produzieren? :shock:

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Bommelnator
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Re: Seid Ihr alle ein bisschen photoshop?

Beitrag von Bommelnator » Fr Sep 25, 2009 8:41 am

nelly hat geschrieben:8)
Ist es für einen ECHTEN Fotografen eigentlich nicht ein Sakrileg Bilder nachträglich zu bearbeiten? Stellt hier ab und zu jemand ein Foto ein, dass frisch von der Speicherkarte kommt?
:wink:
Um ein Bild hier einstellen zu können, muß du es ja schon auf max.1024mal1024 Pixel "klein" machen. Also ohne "Nachbearbeitung" garnicht möglich. :wink:
Oder macht deine Kamera nur max. 1024 mal1024 Pixel? :wink:

Gast

bommel:

Beitrag von Gast » Fr Sep 25, 2009 9:37 am

Nee, es liegt wohl nicht an den Digitalkameras, als vielmehr daran, daß diese manchmal falsch eingestellt sind und hinterher die Bilder noch feste-druff "bearbeitet" werden !
Alles klar?

Nur 1024er? Nee, 2500x2000Pixel und davon ca 1000 Stück speicherbar auf der Karte und nochmal 80 im internen Speicher des Samsung-Handy's.

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fotoart
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Beitrag von fotoart » Fr Sep 25, 2009 8:12 pm

...interessante Überlegung ob die Bilddatei vom Sensor kommend nicht
schon viel mehr Manipulation hinter sich hat als ein Negativ nach der
Entwicklung...
Auf jeden Fall ist die Entwicklung einer RAW-Datei schon die pur
Bildbearbeitung, natürlich ergibt das ein wundervolles Ergebnis.

Gast

Beitrag von Gast » Fr Sep 25, 2009 8:22 pm

Allein schon die harte und unbarmherzige Wahl eines Ausschnittes der Realität ist schon Manipulation (Das was rechts und links nicht mehr auf dem Bild wahr ist unterdrückte Realität).

Die Wahl des Aufnahmestandortes ist schon Manipulation (Drei Meter weiter rechts und man hätte vielleicht den Schornstein gesehen).

Die Wahl des Zeitpunktes ist Manipulation (Bei regen sieht das aber ganz anders aus).

Dann wird auch noch die UV und IR Strahlung weggefiltert (bzw. der Film wurde desensibilisiert), der Geruch, Lärm und die aktuelle Urlaubsstimmung nicht mit aufgenommen.

Und nach so einer massiven Schändung der Realität regt man sich dann auf, wenn jemand am PC am Weichabgleich Regler dreht.

Ein leicht ironisch sarkastischer Dirk

Rene Koch
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Beitrag von Rene Koch » Fr Sep 25, 2009 8:36 pm

...es ist doch ganz einfach...


a.) da ist ein flaues, graues dunkles unscharfes "Originalbild".

b.) ...und da ist ein prächtiges, glänzendes, buntes, leuchtendes Photoshop-Bild.

um von a. nach b. zu kommen bedarf es den Einsatz von Zeit, Geld, Fachkenntnis, Übung, Begabung.

Also nennt sich Fotograf a. der Ehrliche. Und Fotograf b. ist der böse Manipulator. Fotograf a. produziert Kunst, Fotograf b. erstellt Kitsch.


...ob da vielleicht auch NEID auf das eigene Unvermögen bei derlei Beurteilung eine Rolle spielt? Ein Schelm wer Böses dabei denkt.

Gruß, René

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fibbo
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Beitrag von fibbo » Fr Sep 25, 2009 9:20 pm

DSP hat geschrieben:..Und nach so einer massiven Schändung der Realität regt man sich dann auf, wenn jemand am PC am Weichabgleich Regler dreht.

Nunja...es gibt aber tendeziell einen Trend zur radikalen Verstümmelung der Natürlichkeit bzw. Authentizität in der modernen Fotografie, und zwar ziemlich eindeutig nur der Manipulaition, des Auffallens, der Selbstbeweihräucherung oder des Kommerzes wegen, und nicht aus künstlerisch nachvollziehbarer Begründung.
(Link wurde entfernt)
http://demo.fb.se/e/girlpower/retouch/
(Link wurde entfernt)
http://www.photoshop-weblog.de/?p=444

Pölking schreibt 2004 dazu:
(Link wurde entfernt)

Insbesondere bei der Reportage-/Dokumentarfotografie sollte man diesen Trend nicht tolerieren oder gar nachmachen, sondern lieber mal wieder den Inhalt an sich zeigen anstatt nur heisse Luft modern zu verpacken.

(Link wurde entfernt)
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/23/23301/1.html
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/23/23318/1.html
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/23/23280/1.html



Jedes dokumentarisch - publizistische Foto, das nach der Belichtung verändert wird, muß mit dem Zeichen [M] kenntlich gemacht werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Manipulation durch den Fotografen oder durch den Nutzer des Fotos erfolgt.
Eine Kennzeichnung muß stets erfolgen, wenn:
• Personen und/oder Gegenstände hinzugefügt und/oder entfernt werden,
• verschiedene Bildelemente oder Bilder zu einem neuen Bild zusammengefügt werden,
• maßstäbliche und farbliche, inhaltsbezogene Veränderungen durchgeführt
werden.
Für die Kennzeichnung wird folgende Schreibweise empfohlen:
Foto [M] : Autor / gegebenenfalls Agentur
Eine manipulierte Aufnahme ist von dem zu kennzeichnen, der die Manipulation vornimmt.

Quelle: http://www.bvpa.org/Aktivitaeten/Initiativen.php

und:
http://digitalcustom.com/howto/mediaguidelines.asp
(Link wurde entfernt)

fibbo
Zuletzt geändert von fibbo am Fr Sep 25, 2009 10:15 pm, insgesamt 9-mal geändert.

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