Dateigröße von Fotos minimieren bei gleicher Qualität. Wie?

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t-age
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Dateigröße von Fotos minimieren bei gleicher Qualität. Wie?

Beitrag von t-age » Di Jun 29, 2010 4:20 pm

Hallo zusammen,

mein Archiv an Bildern wird immer größer und ich suche nach Lösungen meine Bilder von der Dateigröße her zu minimieren, aber trotzdem noch im Fotostudio auf Din A4 in guter Qualität ausdrucken lassen zu können.

Bei einer Feier hat ein professioneller Fotograf Bilder gemacht und ich habe einige als jpg-Dateien und Prints gekauft. Die Qualität ist spitze und ich kann die Bilder bis fast Din A4 in guter Qualität ausdrucken. Dabei sind die Dateien aber in der Regel nur 700 kb groß!!
Jetzt frage ich mich, wie der Fotograf das hinkriegt. Schließlich wäre das ideal zur platzsparenden Archivierung meiner ganzen Urlaubsbilder.

Ich fotografiere mit einer Panasonic Lumix DMC-TZ3 Kompakt-Superzoom-Kamera mit 7,2 Megapixel. Hier mal die Daten im Überblick:


Bilder vom Fotografen bekommen in relativ klein (Kamera: Canon EOS 450D):

Abmessungen: 3088 x2056 px
Auflösung: 72 dpi
Größe: 692 kb
Dokumentgröße: 108,94 cm x 72,53 cm
Attribute: RA
Komprimierte Bits/Pixel: keine Angabe


Meine eigenen Bilder haben i.d.R. (Kamera: Panasonic Lumix DMC-TZ3, 7,2 Megapixel):

Abmessungen: 3072 x 2304 px
Auflösung: 72 dpi
Größe: 2,57 mb
Dokumentgröße: 108,94 cm x 72,53 cm
Attribute: A
Komprimierte Bits/Pixel: 4


Den Fotografen hatte ich vorher dem Ausdrucken gefragt, ob denn die 72 dpi überhaupt genug wären. Er hatte mir dann kurz per Mail erklärt (zu meiner hier gestellten Frage wollte er nicht Stellung nehmen): bei der großen Dokumentengröße von 109 x 73 cm bei ausreichenden 72 dpi kann ich per Photoshop das Bild auf 26x18 cm ausbelichten und erhalte somit 300 dpi, also einen Print in sehr guter Qualität. Für Din A4 läge es dann bei ca. 270 dpi, aber was soll es.

Jetzt frage ich mich allerdings, warum ich bei quasi gleichen Abmessungen bei Pixeln, Dokumentengröße und Auflösung trotzdem eine so viel größere Datei bekomme. Und selbst die subjektive Bildqualität beim Bild des Fotografen ist um einiges besser obwohl die Datei so klein ist (kein Bildrauschen, etc. Ich weiß, dass die TZ3 zum Rauschen neigt! Aber trotzdem). Meine Einstellung für die Bildqualität in der Kamera steht schon auf „Fein“ (Alternative ist „Standard“). Spielt hier evtl. „Attribute“ und „Komprimierte Bits/Pixel“ mit rein? Ich habe von Fotografie leider keine wirkliche Ahnung.

Meine eigentliche Frage: Wie kann ich meine Digitalfotos mit einer so kleinen Dateigröße (wie oben beschrieben) archivieren und trotzdem die gleiche Qualität erhalten?
Ich möchte die Fotos in maximal DIN A4 (210 x 297 mm) in sehr guter Qualität drucken können.

Ich hoffe, ihr könnt mir helfen.

Beste Grüße

t-age

KaoTai

Beitrag von KaoTai » Di Jun 29, 2010 5:00 pm

Der DPI-Wert in der Datei spielt gar keine Rolle.

Wenn Du die Datei tatsächlich nach diesem Wert ausdrucken würdest, wäre sie ja - wie von dir angebeben - 109x73cm groß.

D.h. wenn Du die Datei auf DIN A4 (30x21cm) ausdruckst, ergibt sich ein ganz anderer DPI-Wert - nämlich etwa 270dpi.

6 Megapixel ist gerade das Limit für DIN A4.
Die meisten Druck-Dienste arbeiten mit 300dpi - das passt gerade (6 Megapixel auf DIN A4).
D.h. wenn ich von mir ein 21-Megapixel-Bild auf DIN A4 ausdrucken lasse, dann werden tatsächlich kaum mehr als 6 Megapixel davon zu Papier gebracht.

Wenn Du die Bilder größer drucken lassen wolltest, z.B. DIN A2, dann wären mehr als 6 Megapixel aber schon wünschenswert.

Für eine 6 Megapixel-Datei wären mir 700kB etwas zu wenig.
Das geht bei manchen Motiven gut, d.h. ohne daß man störende Kompressionsartefakte sieht, bei anderen Motiven dürfte das aber schon zu wenig sein.

Irgendwo in der Mitte zwischen seinen 700kB und deinen 2.570kB dürfte der richtige Kompromiss liegen.


Ich vermute der Fotograf hat die Bilder seiner Kamera von 12? auf 6 Megapixel reduziert,
dann Tonwerte, Helligkeit, Kontrast und Farbe optimiert,
dann noch nachgeschärft,
und zuletzt mit einer mittleren JPEG-Qualität abgespeichert.

Damit holt man aus der Datei-Größe das optimale Ergebnis heraus.
Und für Prints bis max. DIN A4 reicht das.

JPEG ist sehr clever darin, Bits dort wegzulassen wo man es am wenigsten sieht.
Es ist zwar ein verlustbehaftete Kompression, aber eine sehr geschickt gemachte.
Wenn man anstatt Qualitätstufe "fine" eine Nummer weniger gut einstellt, dann sieht das Bild auch noch recht ansehnlich aus.

Wenn man eine Kamera verwendet deren Sensor weniger rauscht, ergeben sich im JPEG-Format ganz automatisch kleinere Dateien.


Ich würde jedoch die Bilder meiner Kamera nicht nur mit 6 Megapixeln und 700kB-JPEGs archivieren.
Wenn ich die Aufnahme später nochmal bearbeiten will und ein Poster davon drucken lassen möchte, dann habe ich dafür nicht mehr genug Ausgangsdaten.

Speicherplatz ist doch heute wirklich kein Problem mehr, oder ?

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Beitrag von fotoart » Mi Jun 30, 2010 11:08 pm

Es zeugt jedoch von handwerklichem Geschick "alter Schule" Speicher zu sparen mit so wenig Qualitätsverlust wie möglich.
Ansonsten stimmt es, ein Hobbyfotograf heute kauft sich eine externe Festplatte nach der anderen und sie sind inzwischen im Terabyte-Bereich, nur um diese Massen an Dateien abzulegen. Mit Speicher wird inzwischen maßlos umgegangen denn er ist Billig.

Nur noch mal zur Erinnerung, als man bei der analogen Fotografie einen Film belichtet hat war man bemüht sich jedes Motiv genau zu überlegen und es gab beim Kleinbildfilm 36 Aufnahmen. 36 Negative mit den dazugehörigen Abzügen war das Ergebnis.

Unnötig große Dateien auf ewig viel Speicher abzulegen macht auf die Zukunft betrachtet keinen Sinn, wo soll das hinführen? Milliarden und noch einmal Milliarden abgespeicherte Bilddateien, kein Mensch schaut sich die jemals an.
Wenn ich nur zehn analoge oder digitale Abzüge in die Kunstausstellung hänge sehen das viele Menschen und es macht Sinn, wozu ewig viele Dateien speichern? Weil es digital machbar ist und nicht viel kostet? Armer Mensch!

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Beitrag von Emmerax » So Aug 01, 2010 11:32 pm

Hallo t-age,

der unterschiedliche Speicherplatznutzen liegt daran, dass bei dem einen mehr bei dem anderen weniger Informationen gespeichert werden. Zumindest in diesem Fall. Es ist prinzipiell möglich, deine Bilder noch einmal zu kompromieren (7zip hat hier gute Möglichkeiten). Das kostet allerdings eine Menge Zeit zum komprimieren und dekomprimieren.
Willst du das Format beibehalten, und es nicht in irgendein Zip Archiv stecken, so kannst du bei JPG auf Kosten der Details die Qualität der Speicherung nach unten setzen. Für unterschiedliche Qualitätsansprüche nutzt der JPG Standard unterschiedliche Berechnungsmatritzen.
So wie es überall ist, ist es auch hier: Die letzten 10% kosten am meisten. In diesem Fall eben Speicherplatz.

es ist letztendlich eben alles eine Frage der Prioritäten. Eine Lösung mit minimalem Speicherplatz, maximalen Details und ohne Rechenzeit gibt es nicht.

Für die Langzeitarchivierung empfehle ich einen Ordner, in das du alles verschiebst, was du archivieren willst. Dann lässt du eine Zeit verstreichen, die für deine Wünsche am besten ist, und in dieser Zeit greifst du nur dann auf den Ordner zu, wenn du ein Bild wieder brauchst. Dieses Bild verschiebst du an einen Ordner. Am Ende der Zeit löschst du alles, was in diesem Ordner noch drinnen war.
Mit der Aussage "das könnte ich noch gebrauchen" belügen wir uns liebend gerne selbst.

KaoTai

Beitrag von KaoTai » So Aug 01, 2010 11:55 pm

Emmerax hat geschrieben: Es ist prinzipiell möglich, deine Bilder noch einmal zu kompromieren (7zip hat hier gute Möglichkeiten). Das kostet allerdings eine Menge Zeit zum komprimieren und dekomprimieren.
Zip & Co. sind verlustlose Kompressionsverfahren.
Nach dem Ent-komprimieren wird die Originaldatei bitgenau wiederhergestellt. Das ist bei Texten und ausführbaren Dateien absolut notwendig.

Das Zippen von JPEGs bringt fast nichts, da die verlustlosen Methoden von Zip & Co. bei JPEG schon weitgehend integriert sind.
(JPEG hat zusätzliche Methoden die sich nur auf Bilder anwenden lassen und die spezielle Eigenschaften des menschlichen Sehens ausnutzen.)

Meiner Erfahrung nach kann man mit Zip eine JPEG-Datei um höchstens 5% verkleinern.

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fibbo
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Re: Dateigröße von Fotos minimieren bei gleicher Qualität. W

Beitrag von fibbo » Di Aug 03, 2010 2:43 am

t-age hat geschrieben:.Bei einer Feier hat ein professioneller Fotograf Bilder gemacht und ich habe einige als jpg-Dateien und Prints gekauft. Die Qualität ist spitze und ich kann die Bilder bis fast Din A4 in guter Qualität ausdrucken. Dabei sind die Dateien aber in der Regel nur 700 kb groß!!
Jetzt frage ich mich, wie der Fotograf das hinkriegt. Schließlich wäre das ideal zur platzsparenden Archivierung meiner ganzen Urlaubsbilder.
Ich nehme an dass die Tz-3 wesentlich mehr Artefakte erzeugt als die Canon und viel stärker nachschärfen muss... dadurch steigt die Dateigrösse stark an. Wenn man wenig nachschärfen muss und einen wesentlich grösseren Sensor und bessere Linsen hat dann muss man weniger Signal verarbeiten.
Auf deutsch: Der Unterschied ist einerseits der Kompressionsfaktor, der nicht viel grösser sein sollte als 1:8, und andererseits dass die Lumix n Haufen Schrott in die Datei packt.
Mit einer 12Mp D700 kann ich z.B. 1600p auf 300kb bringen bei guter Qualität und transparenter Schärfe.

fibbo

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