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Ein paar grundlegende Erfahrungen zur Porträtfotografie

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VKathaN1985
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Registriert: Sa Aug 12, 2017 4:34 pm

Ein paar grundlegende Erfahrungen zur Porträtfotografie

Beitrag von VKathaN1985 » Sa Aug 12, 2017 4:55 pm

Hallo ihr Lieben,
An dieser Stelle will ich ein paar Tipps zur Porträtfotografie loswerden, die ich aus meiner fotografischen Erfahrung gesammelt habe und die sich selten unter den üblichen Tipps befinden, die man mehr oder weniger überall lesen kann. Natürlich ist vieles davon von meiner subjektiven Sicht geprägt und man kann sicher immer anderer Meinung sein, daher interessiert mich, was ihr davon haltet.

1. Niemals Fotos im Studio unterschätzen! Viele Fotografen neigen dazu, wenn möglich Porträtfotografie nach draußen zu verlegen, besonders im Sommer. Das hat sicher einige Vorteile, besonders was die Beleuchtung angeht. Ich bevorzuge trotzdem in der Regel das Studio oder eine schöne Wohnung als Hintergrund, und das aus folgenden Gründen: Erstens ist man ungestört und das Model lässt sich nicht z.B. von Passanten ablenken. Zweitens ist man vom Wetter unabhängig und damit auch in der Wahl des Outfits freier. Drittens sind Fotos drinnen zumeist viel mehr auf die Person konzentriert, die abgebildet wird, weil die Umgebung steuerbarer und damit in der Regel bewusst schlichter gehalten ist. Drinnen kann man leicht ganz verschiedene Stimmungen erzeugen: Traurigkeit, Fröhlichkeit, Ruhe, Ernsthaftigkeit usw. Und viertens haben die meisten Leute schon eine Vielzahl von Draußen-Fotos, z.B. aus dem Urlaub; auch wenn diese natürlich in der Regel keine professionellen Porträts sind, finden sie deshalb oft Fotos im Studio auch sehr interessant.
2. Schwarz-weiß ausprobieren! Probiert viele Motive mal sowohl in Farbe als auch schwarz-weiß aus. Die erzeugte Stimmung wird sich in vielen Fällen stark unterscheiden. Bei sw fallen bestimmte Details oft auch viel stärker auf, das kann die Fotos sehr interessant machen.
3. Einfache Kleidung wählen! Manchmal mag es Gründe für ein formelles Porträt im Anzug geben, aber in der Regel kann ich dem nicht viel abgewinnen. Wenn es um ein ganz normales Foto als Erinnerung, als Geschenk oder zur Dekoration der Wohnung gehen soll, sollte man auf aufwändige Kleidung unbedingt verzichten. Am besten sind immer noch ein helles oder dunkles T-Shirt ohne Aufschrift und eine lange Hose (kann eine Jeans sein, muss aber nicht). Auch langärmelige Shirts oder (in manchen Fällen) Hemden kann man benutzen. Diese lassen nur die Hände frei, was von Vorteil sein kann, da zu viel Haut ins Auge springen kann. Bei Gruppen sollte man zudem natürlich auf eine gewisse Einheitlichkeit der Kleidung achten.
4. Accessoires gezielt einsetzen! Auch wenn es um die Person gehen soll und nicht um die Umgebung, kann ein gekonnter Einsatz von Gegenständen das Foto interessanter machen. Das kann prinzipiell fast alles sein. Bei Kindern ein Kuscheltier, bei Jugendlichen ein Gegenstand aus ihrem Hobby, z.B. ein Musikinstrument. Eine Tasse, eine schöne Vase, ein Stapel Bücher. Außerdem natürlich Möbel wie ein alter Holzstuhl, ein Sofa oder Sessel.
5. Keine Körperteile abschneiden! Man sollte nicht denken, wie oft es passiert, dass auf einem Foto etwas abgeschnitten wird, meistens die Füße oder unteren Teile der Beine. Man sollte sich schon entscheiden: Entweder ein Foto nur von einem Teil des Körpers (Gesicht oder ab der Hüfte aufwärts, vielleicht auch mal die Hände usw.) oder ein Ganzkörperfoto, wo dann aber auch wirklich alles drauf sein sollte.
6. Last but not least: Schuhe und Socken immer ausziehen lassen! Auch das ist ein Vorteil von Fotos im Studio. Schuhe ausziehen macht da sowieso Sinn, um keinen Dreck reinzuschleppen, besonders wenn ihr auf einem weißen Hintergrund shootet. Aber auch aus Gründen der Ästhetik ist es stark zu empfehlen. Schuhe bergen nicht nur oft das Risiko, in einigen Jahren nicht mehr der Mode zu entsprechen, sondern strahlen generell eine sterile Atmosphäre aus. Also unbedingt runter damit! Mit Socken sollte man aber erst recht niemanden fotografieren, weil das gar nicht gut aussieht. Nackte Füße sind daher in der Regel die einzig sinnvolle Option. Im Gegensatz zu Schuhen oder gar Socken strahlen sie Natürlichkeit, Gemütlichkeit, Intimität und Frische aus. Kombiniert werden sollten die nackten Füße möglichst mit langen Hosen, denn während nackte Haut an den Füßen das Foto interessanter macht, gilt nicht immer dasselbe für Beine. Bei den Armen ist es weniger gravierend, aber auch hier können langärmelige Shirts oder Hemden manchmal besser sein. Man sieht dann nur das Gesicht sowie die nackten Hände und Füße, was den Blick auf interessante Weise steuert. Dieser Stil funktioniert bestens bei allen Arten von Porträts im Studio oder in der Wohnung: Familien, Geschwister, Freunde, JGA, Paare, Einzelporträts.

Ich hoffe, meine Tipps konnten euch Anregungen fürs Fotografieren geben. Für Anmerkungen und Kritik bin ich dankbar.



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