Warum können "Profis" (oft) nicht fotografieren ?

Bildgestaltung, Locations und alle kreativen Aspekte der Fotografie

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Gast

Beitrag von Gast » Mi Mai 02, 2012 8:07 am

Unabhängig von der Qualität ihrer Arbeiten sind die "Butter-und-Brot"-Profis
Fotografen, die häufig Dinge tun müssen, die sie eigentlich nicht tun wollen.
Wer mal für Kohle eine Hochzeit fotografiert hat, weiß wie sich das anfühlen
kann. Persönlich kann ich mir deshalb ein Berufsleben als Fotograf nicht wirklich vorstellen.

Nur die da ganz oben haben mehr Freiheiten. Auch wenn sie in
fotografischer Hinsicht nicht unbedingt überzeugen, so sind sie doch
ausgezeichnete Marketingleute.

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Johnars
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Beitrag von Johnars » Do Mai 03, 2012 1:39 pm

Es gibt wie überall auch Ausnahmen hier wäre mal ein hier noch relativ unbekannter aber in USA ist er schon ziemlich weit oben:
http://henryleutwyler.com/

Der hat echt was drauf und vieles macht er noch mit 4x5 inch Film Kameras.
Die Bilder mit dem New York City Ballet sind echt geil!

Gruss Armin

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Johnars
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Beitrag von Johnars » Fr Mai 04, 2012 4:20 pm


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fotoart
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Beitrag von fotoart » Sa Mai 05, 2012 11:19 am

Kreativität hat sicher etwas mit Talent zu tun, mit angeborenen Fähigkeiten von den Ahnen vermittelt aber vor allem hat es etwas mit Leidensdruck zu tun,
nur wer ein Leid verspürt, bewusst oder unbewusst, wird kreativ, mutig und ist bereit Risiken einzugehen um einen Umgang damit zu finden bzw. es zu bewältigen.
Die schöpferische Kraft des Menschen ist in der Lage die Dinge für das Leben zu heilen die auf Grund seiner Entwicklungsgeschichte und
der Vergänglichkeit seines Daseins wie unüberwindlich scheinen. Kreativität kann die Angst vor dem Tod überwinden durch Schöpferkraft.
Wer dann sich selbst als kreativ zu schöpfendes Werk sieht und damit gut zurecht kommt hat fast nichts zu befürchten.
Jedoch lässt es sich auch sehr gut mit der Kamera ausleben um Bilder kreativ zu schöpfen aus sich selbst heraus.
Schöpft man jedoch aus Vorgaben, Vorlagen, Magazinen usw. sorgt man für dessen Verbreitung und lindert das Leid der Autoren auf eigene Kosten.
Schöpferisch und kreativ ist die Idee um das Leid zu lindern und heilsam die Ausführung. Lässt sich das übertragen?

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Beitrag von Schwarzvogel » Sa Mai 05, 2012 10:04 pm

fotoart hat geschrieben:Kreativität hat sicher etwas mit Talent zu tun, mit angeborenen Fähigkeiten von den Ahnen vermittelt aber vor allem hat es etwas mit Leidensdruck zu tun,
nur wer ein Leid verspürt, bewusst oder unbewusst, wird kreativ, mutig und ist bereit Risiken einzugehen um einen Umgang damit zu finden bzw. es zu bewältigen.
Die schöpferische Kraft des Menschen ist in der Lage die Dinge für das Leben zu heilen die auf Grund seiner Entwicklungsgeschichte und
der Vergänglichkeit seines Daseins wie unüberwindlich scheinen. Kreativität kann die Angst vor dem Tod überwinden durch Schöpferkraft.
Wer dann sich selbst als kreativ zu schöpfendes Werk sieht und damit gut zurecht kommt hat fast nichts zu befürchten.
Jedoch lässt es sich auch sehr gut mit der Kamera ausleben um Bilder kreativ zu schöpfen aus sich selbst heraus.
Schöpft man jedoch aus Vorgaben, Vorlagen, Magazinen usw. sorgt man für dessen Verbreitung und lindert das Leid der Autoren auf eigene Kosten.
Schöpferisch und kreativ ist die Idee um das Leid zu lindern und heilsam die Ausführung. Lässt sich das übertragen?
Blödsinn.

Kreativität ist zu vielfältig für derlei monokausal-unbeholfene Erklärungsversuche.

Nur weil es dir bescheiden geht und du dich auch noch für einen Künstler hältst, folgt daraus nicht die logische Konsequenz, dass Leiden eine Grundbedingung für kreatives Schaffen sei.

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Beitrag von fotoart » Mi Mai 09, 2012 1:20 pm

Erkundige Dich über das Leid des Daseins vom Menschen im Universum allgemein.
Wie es zu überwinden ist hat der Buddhismus am klarsten beschrieben.
Es ist jedoch zu befürchten Schwarzvogel, dass Dir Dein eigenes Leid kaum bewusst ist und Du es nicht merkst weil Zuknallen ein häufiges verhalten ist.

Mir geht es gut, habe die schlimmsten Traumatisierungen überwunden und schaue hoffnungsvoll in die Zukunft mit der Zuversicht den Schmerz auszuhalten bzw.
durch Kreativität zu beantworten. Es ist ein gutes Gefühl viele verschiedene Antworten auf das Leben zu haben, dann stirbt es sich leichter.

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Beitrag von siggi22 » Do Jun 14, 2012 1:10 pm

ich bin der Meinung ... auch die Beste Fotografenausbildung ersetzt nicht das Talent. Es gibt eben Menschen die haben ein Auge für kreative Aufnahmen andere wiederrum nicht.

Es stimmt Berufsfotografen sind vielleicht auch manchmal "berufsblind" und arbeiten nach einen System xy und da geht manchmal auch die Kreativität flöten.

http://www.phantasiereisen.de

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Beitrag von Johnars » Do Jun 14, 2012 5:12 pm

Es wäre ja auch noch zu definieren welche Art von Fotografen. Ein Fotograf der die Pack shoots und Kleider shoots vom Ottoversand macht, hat nicht die gleichen Ansprüche zu erfüllen, wie einer der High end Mode shooted für Fanity Fair, Vogue, Harpers... etc.
Oder generell der Unterschied eines kommerziellen Fotografen zu einem Foto Künstler.

Alle beide verdienen aber die Kohle mit Fotografieren!
Dann gibt es solche die Fotografieren wie Harald Mante vor 30 Jahren und solche, die sich ab und an bewusst nicht an all die Regeln und Konventionen halten und mal was anderes versuchen wollen, die werden dann oft vom Status Quo schreienden Pöbel mundtot gemacht, wenn sie zu introvertiert sind sich zu wehren!

Gruss Armin

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Beitrag von fotoart » Fr Jun 15, 2012 1:36 pm

Es liegt doch auf der Hand, ein Berufsfotograf, ein Profi verdient in erster Linie Geld mit seiner Arbeit, er macht Fotos die sich verkaufen lassen
bzw. erfüllt Aufträge die Geld einbringen.
Da geht es nicht in erster Linie um Ästhetik, Komposition oder Kunst sondern um Bilder die im Markt klare kommerzielle Verwendung finden.

Gursky als Fotokünstler verdient viel Geld auf dem Kunstmarkt aber er ist im Moment völlig allein auf der Welt mit diesem Ergebnis.
Habe heute Eröffnung und dann zwei Wochen Ausstellung, ob sich was verkaufen lässt?
Es sind keine kommerziellen Fotos sondern s/w Bilder die eine duale Welt thematisieren.

Das Talent für den kommerziellen Markt bezieht sich eher auf ökonomische Fähigkeiten und weniger auf künstlerisches Vermögen.
Wer die Öffentlichkeitsarbeit, das Marketing nicht beherrscht und sich nicht raus traut, nicht auf das Publikum zugeht in der realen Welt
kann die tollsten Bilder in der Schublade liegen haben oder auf der externen Festplatte, sie werden nicht wahrgenommen, nicht diskutiert,
nicht kritisiert und existieren somit nur für den Inhaber.
Ein seltsamer Kreislauf, die Fotos werden aus dem Kopf, aus der Vorstellung heraus aufgenommen, abgespeichert, im besten Fall virtuell gezeigt und
verleiben ansonsten auf der Festplatte nur in Erinnerung und im Kopf des Inhabers. Warum nicht gleich die Bilder im Kopf lassen ohne Kamera und Festplatte.

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Beitrag von Johnars » Sa Jun 16, 2012 3:10 pm

Da gibt es schon noch paar mehr wie nur Gursky deren Bilder schon für über eine Million über den Tisch gingen:
Cindy Sherman
Sarah Moon
Thomas Ruff
Sally Mann

...und alle die ich noch vergessen habe, die verstorbenen Altmeister will ich hier gar nicht auflisten!

Gruss Armin

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Beitrag von fotoart » Sa Jun 16, 2012 7:38 pm

Weiß es nicht, habe die Informationen aus den Medien und da ist Gurskys Bild "99 Cent" als das erste Digitalfoto mit einem Erlös von über eine Millionen Dollar angegeben worden.
Finde es bemerkenswert ironisch, dass ein Foto mit Billigramsch als Motiv am teuersten verkauft wurde.
Ansonsten interessiert mich der Fotomarkt im Millionenbereich nicht besonders, es ist mir egal wer wie viel für welches Bild bekommt beim Verkauf,
habe mit meinen Bildern genug zu tun, das ist meine Verantwortung und die erfülle ich durch Aufnahme, Ausstellung und eventuell Verkauf.

@Johnars, Fotografen gibt es auf der Welt viele auch gute oder berühmte, sehe mich selbst auch als sehr guten Fotografen aber
an der Spitze ist zur Zeit Gursky aus der Becker-Schule in Deutschland und ich finde zu Recht.
Sein Menschenbild und seine Fähigkeit zur Reduktion bei hohem technischen und inhaltlichen Anspruch gibt es sonst nicht so oft.
Die meisten Fotografen zeigen üppige Selbstverherrlichung in unterschiedlicher Form.
Das japanische Kunstkonzept aus dem Zen-Buddhismus entstanden mit dem Namen Wabi-Sabi trifft man in der Fotografie auf der Welt selten.
Für mich ist es die beste Antwort für ein gutes Dasein und ich meine in der Düsseldorfer Kunstschule in der Gursky studiert hat etwas davon zu finden.

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Beitrag von Johnars » So Jun 17, 2012 12:28 am

Vor lauter Stress in meiner Arbeit habe ich meinen Liebling Sugimoto vergessen, dem seine Bilder werden auch schon mit mehreren 100'000 gehandelt.
Seine Ausstellung hatte mich wirklich sehr beeindruckt und ich habe schon von so ziemlich allen grossen vor allem den verstorbenen Altmeistern mindestens eine Ausstellung gesehen und da war ich von der Print Qualität nicht wirklich immer angetan, aber auch da gab es sehr positive Ausnahmen wie halt überall!

Gruss Armin

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Re: Warum können "Profis" (oft) nicht fotografiere

Beitrag von ofenrohr » Di Sep 25, 2012 6:42 pm

Cano hat geschrieben:
RobertR hat geschrieben:Was lernen denn eigentlich Leute die den BERUF Fotograf auserkoren haben ?
:arrow: http://fotostudium.eu/ausbildungsberuf-fotograf/
Soweit ich weiß, ist "Fotograf" aber keine geschützte Berufsbezeichnung, oder?

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Beitrag von fotoart » Do Sep 27, 2012 9:52 am

Die Frage trennt alle fotografierenden Menschen in zwei Lager, die Einen die eine Ausbildung und einen Abschluss bei der Handwerkskammer gemacht haben
oder mit anderen Ausbildungsformen zu Abschlüssen kamen, sie wollen ihren Beruf geschützt sehen und kämpfen dafür alleine die Bezeichnung Fotograf führen zu dürfen.
Alle Anderen fotografieren und sehen sich deshalb als Fotografen, auch o.k.
Einen juristischen Schutz gibt es für den Fotografentitel nicht aber welcher Hobbyfotograf will oder kann dem gelernten Fotografen mit Atelier den Beruf streitig machen?
Leider gibt es auch eitle und bornierte Berufsfotografen die den Hobbyfotografen abmahnen wenn er auf der Visitenkarte Fotograf stehen hat
aber einen Präzedenzfall vor Gericht gibt es dafür nicht.
So muss jeder Fotografierende selber entscheiden welche Bezeichnung er führt und ob er die staatlich ausgebildeten Fotografen vor den Kopf stoßen möchte mit seinem Hobby.

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Re: Warum können "Profis" (oft) nicht fotografiere

Beitrag von Cano » Do Sep 27, 2012 11:07 am

ofenrohr hat geschrieben: Soweit ich weiß, ist "Fotograf" aber keine geschützte Berufsbezeichnung, oder?
:arrow: (Link wurde entfernt)

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