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Erster Fotoauftrag

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Diwarq
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Erster Fotoauftrag

Beitrag von Diwarq » Di Dez 07, 2010 4:51 pm

Guten Abend fototalk Forum,

Bisher war ich ein Hobbyfotograf, welcher ab und zu kleinere private Shootings hatte oder für Freunde kleinere Freundschaftsaufträge erledigt hatte.

Nun hat sich das rumgesprochen und habe diese Woche einen Auftrag erhalten. Dieser "Kunde" möchte sein Club/Restaurant von mir fotografieren lassen. Der Kunde erwartet natürlich einen Kostenvoranschlag und falls der Auftrag ausgeführt würde, eine Rechnung.

Nun, ich habe leider auf diesem Gebiet keine Ahnung.

Wie muss ein Kostenvoranschlag und Rechnung aussehen?
Muss ich nun ein Gewerbe anmelden?
Wie schaut das aus mit der MWST?

Hoffe ihr könnt mir hier einbisschen weiterhelfen.

Schönen Abend.



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fibbo
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Re: Erster Fotoauftrag

Beitrag von fibbo » Di Dez 07, 2010 7:23 pm

Diwarq hat geschrieben:.Wie muss ein Kostenvoranschlag und Rechnung aussehen?
Muss ich nun ein Gewerbe anmelden?
Wie schaut das aus mit der MWST?

Du gehst zum Gewerbeamt und erkundigst Dich, welche Bereiche Du anmelden solltest. In Deutschland kann man inzwischen, soweit ich weiss, Fotograf werden ohne Meisterprüfung.
Wenn der Umsatz grösser wird, lohnt sich ein guter Steuerberater.
Wenn das Gewerbe angemeldet ist kriegst Du eine Steuernummer und kannst bzw. musst Rechnungen plus ausgeführte MwSt schreiben.
Und viele Deiner Unkosten absetzen bzw. die MwSt. Deiner Einkäufe verrechnen.
Ein Kostenvoranschlag ist ähnlich wie eine Rechnung, nur eben wird der Aufwand geschätzt. Er sollte nicht wesentlich überschritten werden, wenn Du als kleiner Unternehmer dauerhaft Erfolg haben willst.
Also schätze Deine Arbeit und Deine Unkosten inkl. Steuer realistisch ein.

fibbo

KaoTai

Re: Erster Fotoauftrag

Beitrag von KaoTai » Di Dez 07, 2010 7:34 pm

Diwarq hat geschrieben:Guten Abend fototalk Forum,

Bisher war ich ein Hobbyfotograf, welcher ab und zu kleinere private Shootings hatte oder für Freunde kleinere Freundschaftsaufträge erledigt hatte.

Nun hat sich das rumgesprochen und habe diese Woche einen Auftrag erhalten. Dieser "Kunde" möchte sein Club/Restaurant von mir fotografieren lassen. Der Kunde erwartet natürlich einen Kostenvoranschlag und falls der Auftrag ausgeführt würde, eine Rechnung.

Nun, ich habe leider auf diesem Gebiet keine Ahnung.

Wie muss ein Kostenvoranschlag und Rechnung aussehen?
Muss ich nun ein Gewerbe anmelden?
Wie schaut das aus mit der MWST?

Hoffe ihr könnt mir hier einbisschen weiterhelfen.

Schönen Abend.
Ich befürchte, daß Du schon für den Kostenvoranschlag ein Gewerbe anmelden solltest, da Du mit dem KoVo in Konkurrenz zu anderen Fotografen trittst und die sonst auf Unterlassung o.ä. klagen könnten.

MWST mußt Du auf dem KoVo separat aufführen. Auch damit dem Kunden klar ist, ob dein Preis brutto oder netto ist.

Zahlungskonditionen sollten auch darauf stehen, also bis wann er wieviel zahlen muß.
Ich würde mir zumindest den materiellen Aufwand (Fahrtkosten, etc.) vorab bezahlen lassen.

Bei einem Fotoauftrag mußt Du dir auch klar werden, was Du mit dem Urheber- und Nutzungsrecht machst.
Wenn Du ein Restaurant abfotografierst denke ich mir, daß Du selbst mit den Bildern nicht viel anfangen könntest. Daher kannst Du dem Kunden auch leicht alle Rechte abtreten.
Praktisch bedeutet das, daß Du ihm die ausgearbeiteten Bild-Dateien in voller Auflösung auf einem Datenträger gibst.

Gast

Beitrag von Gast » Mi Dez 08, 2010 12:50 am

Eine Gewerbeanmeldung ist nur erforderlich, wenn die Tätigkeit auf Dauer ausgelegt ist. Bei einer einmaligen Sache ist die nicht erforderlich, da es dann an einem Merkmal eines Gewerbes fehlt.

Wenn Du aber vorhast, das weiter auszubauen, ist eine Gewerbeanmeldung zwingend erforderlich. Dann kommt aber sofort die IHK mit ihrem Zwangsbeitrag. Und der ganze Rattenschwanz, der sonst noch dranhängt. Wenn da nicht im Monat regelmässig ein paar hundert € bei rumkommen, lohnt das den ganzen Aufwand nicht.

Bei geringfügiger Tätigkeit kann man eine Ausnahmeregelung (§ 19 UStG) beantragen, so dass man nicht Umsatzsteuerpflichtig ist. Wenn man Umsatzsteuerpflichtig ist, muss man monatlich die USt-Voranmeldung einreichen. Auch das lohnt den Aufwand für ein paar Kröten nicht.

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Beitrag von fibbo » Mi Dez 08, 2010 2:29 am

FütterMeinEgo hat geschrieben:..Bei geringfügiger Tätigkeit kann man eine Ausnahmeregelung (§ 19 UStG) beantragen, so dass man nicht Umsatzsteuerpflichtig ist.

schön und gut, aber der Auftraggeber möchte eine ordentliche Rechnung haben...
Er sollte sich nicht als Fotograf sondern Bildjournalist oder irgendwas anmelden wo er keine Zwangsmitgliedschaft aufgedrückt kriegt. Ich hatte einen Musikverlag plus Studio und konnte etliche jahre lang ohne Handelsrolle arbeiten.
Wie gesagt, sollte man sich beraten lassen wie und mit was man sein gewerbe anmeldet.

fibbo

Gast

Beitrag von Gast » Mi Dez 08, 2010 1:22 pm

Wenn nicht die IHK kommt, dann kommt die Handwerkskammer oder sonstwer. Irgendwer will immer Geld.

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Beitrag von Diwarq » Do Dez 09, 2010 5:16 pm

Danke für die Antworten, werd die Tage beim Gewerbeverband vorbei gehen. Wünsche euch allen fröhliche Weihnachten.

KaoTai

Beitrag von KaoTai » Sa Dez 11, 2010 12:35 am

Diwarq hat geschrieben:Danke für die Antworten, werd die Tage beim Gewerbeverband vorbei gehen. Wünsche euch allen fröhliche Weihnachten.
Ich widerrufe meine Aussage von oben:

Meine inzwischen eher, daß Du für den KoFo kein Gewerbe anmelden mußt. Aber es sollte schon eine eindeutige Adresse drauf stehen.

Ein Gewerbe kannst Du, wurde mir gesagt, auch nachträglich anmelden.

Andererseits ist es wohl sinnvoll, das so früh wie möglich zu machen, um evtl. Ausgaben für Kameras und Ausrüstung steuerlich geltend machen zu können, also gegen die anderen Einnahmen aufzurechnen.

Gast

Beitrag von Gast » Sa Dez 11, 2010 2:29 am

KaoTai hat geschrieben: Andererseits ist es wohl sinnvoll, das so früh wie möglich zu machen, um evtl. Ausgaben für Kameras und Ausrüstung steuerlich geltend machen zu können, also gegen die anderen Einnahmen aufzurechnen.
Das stimmt nur bedingt.

Es gibt Urteile, die besagen, dass man als gewerblicher Fotograf erst die zweite Kamera steuerlich geltend machen kann, da man die erste ja auch privat verwenden kann. Klingt bekloppt, ist aber so. Ich kann mich jetzt nicht erinnern, ob die erste eine beliebige Kamera sein kann, oder ob das ausschliesslich (D)SLR betrifft. Es könnte also durchaus vorteilhaft sein, wenn man von seiner vor der DSLR gekauften LOMO noch die Rechnung hat ;-)

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Beitrag von fibbo » Sa Dez 11, 2010 5:06 am

KaoTai hat geschrieben:..Ein Gewerbe kannst Du, wurde mir gesagt, auch nachträglich anmelden.

Also ich hatte mein Gewerbe ca. 3 Monate rückwirkend anmelden können... das war aber 1984.
Ausserdem habe ich nie Probleme gehabt, Kameras oder Computer auch über 2-4 Jahre abzuschreiben. Aber ich war kein Fotograf, sondern Verlag und Tonstudio.

fibbo

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