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Faustregel für Freihandgrenze

Allgemeine Fragen rund um die Digitalfotografie.

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Pizzabäcker
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Faustregel für Freihandgrenze

Beitrag von Pizzabäcker » Mo Dez 21, 2009 4:42 pm

Welche der beiden Faustregeln soll ich mir jetzt merken?

Wikipedia:
Als Faustregel für das Fotografieren aus der Hand mit Kleinbildformat gilt, dass der Wert der Belichtungszeit längstens in etwa dem Kehrwert der Brennweite entsprechen sollte. Diese Zeit wird auch als Freihandgrenze bezeichnet. Bei Kameras mit anderem Format (häufig Digitalkameras) ist gegebenenfalls der Formatfaktor zu berücksichtigen.

Mir sagt jetzt einer (für Kleinbildformat):
Millimeter mal 2 und dann aufrunden. Also 100mm x 2 und dan auf 1/300s aufrunden.

Gruss
Pizzabäcker



KaoTai

Beitrag von KaoTai » Mo Dez 21, 2009 5:10 pm

Bei einem 100mm-Objektiv würdest Du nach der Wikipedia-Faustregel auf eine max. Belichtungszeit von 1/100 sec kommen.

Bei den üblicherweise am Zeitenrad angebotenen Abstufungen wären das dann die Zeiten 1/125, 1/250, 1/500 usw.
Für Zeiten von 1/60, 1/30, 1/15 und länger sollte man ein Stativ verwenden.

Das gilt für eine analoge Kleinbildkamera oder eine Vollformat-DSLR.

Bei DSLR mit Crop-Faktor 1.6 (z.B. EOS 300D) sollte man das 100er-Objektiv entsprechend bis max. 1/160sec verwenden.

Am Zeitenrad würde ich wahrscheinlich trotzdem 1/125 riskieren.


Das gilt für nicht-stabilisierte Objektive.

IS-Objektive vertragen Zeiten die etwa um einen Faktor 8 länger sind.

Man dürfte als mit einem 100er-IS-Objektiv (bei Crop 1.0) auch noch die 1/60, 1/30 und 1/15 riskieren.

Pizzabäcker
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Beitrag von Pizzabäcker » Mo Dez 21, 2009 5:29 pm

Danke für die schnelle Antwort.

Was ist den von der anderen Theorie zu halten:

MM x 2 und dann aufrunden. Also 100mm x 2 und dann auf 1/300s aufrunden.

Gruss
Pizzabäcker

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Nasus
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Re: Faustregel für Freihandgrenze

Beitrag von Nasus » Mo Dez 21, 2009 5:31 pm

Pizzabäcker hat geschrieben:Welche der beiden Faustregeln soll ich mir jetzt merken?
Keine.
Der Tattergreis mit ein 100g Digiknippse am ausgestrecken Arm wird wohl etwas andere Zeiten haben als ein Sportschütze mit Schnellschussoptik + Schaft.

Am besten Du versuchst einfach selbst, welche Brennweiten Du wie lange halten kannst - mach pro Belichtungszeiteinstellung rund 10 Aufnahmen, um Ausreisser zu vermieden bzw. eine für dich akzeptable Ausschussquote zu finden. Dann hast Du ale relevanten Faktoren berücksichtigt (eben dich selbst und das Auflösungsvermögen deiner Kamera) und musst nichtmal rechnen.
Falls Du unbedingt rechnen möchtest, dann geh wenigstens vom Auflösungsvermögen deines Systems aus und nicht wie die Faustformeln von einem 400er Diafilm.

Pizzabäcker
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Beitrag von Pizzabäcker » Di Dez 22, 2009 4:46 pm

Danke nochmals für die Antworten.

Mir hat es jetzt sehr viel gebracht, mich mit dieser "Freihandgrenze" auseinanderzusetzen. Bin einen grossen Schritt weitergekommen.

An scharffen Fotos, hat man einfach viel mehr Freude.

Gruss
Pizzabäcker

WiihatMii
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Beitrag von WiihatMii » Do Dez 31, 2009 8:59 am

Ich finde die Werte mit der Faustregel arg übertrieben. Bei meiner alten 150g Panasonic waren bei äquivalenten 32mm gemäß Kleinbild 0,25 Sekunden problemlos verwacklungsfrei möglich. Liegt das am Bildstabilisator oder hab ich nur ne extremst ruhige Hand? Ich kann euch gern mal ein paar Beispielsfotos zeigen.

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fibbo
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Beitrag von fibbo » Do Dez 31, 2009 11:12 pm

WiihatMii hat geschrieben:.. Liegt das am Bildstabilisator oder hab ich nur ne extremst ruhige Hand?
Scherzkeks ;-) Es geht hier um Freihandgrenzen ohne Stabi. Mit gutem Stabi sind teilweise extrem langsame Zeiten möglich, z.B. 1/30s bei 200mm an Crop-DSLR. Ohne Stabi wäre die Grenze etwa bei 1/300s (200mm x 1,5 crop) anzusetzen, und wenn einer ne ruhige Hand hat dann vielleicht 1/150s oder 1/200s.

32mm KB sind mit 1/25s meistens problemlos möglich auch ohne Stabi, wenn man eine ruhige Hand hat bzw. die Handhabung und Atmung trainiert.
1/4s dürfte ohne Stabi eher Glückssache sein.

fibbo

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