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Menschen auf der Straße unbemerkbar fotografieren

Allgemeine Fragen rund um die Digitalfotografie.

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crazy.physiker
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Menschen auf der Straße unbemerkbar fotografieren

Beitrag von crazy.physiker » Mi Feb 16, 2011 1:59 am

Zuerst - es ist NICHT STRAFBAR! Jeder darf in der Öffentlichkeit jeden anschauen, was ändert sich drastisch beim fotografieren? Mißbrauch-Gefahr?

Dann kann man JEDEN anzeigen, der irgendeine Tasche dabei hat, weil dort ein Messer liegen KÖNNTE. Egal, dass ein Messer nicht in jedem Einzelfall gefunden wird - das Messer KANN in JEDER Tasche liegen und jeder KANN (aber darf nicht) sofort jemanden erstechen. Und das Erstechen ist viel gefährlicher als was man mit den Bildern machen kann.

Die Strafe kann man nur kriegen
1. Für die unerlaubte Veröffentlichung (das Recht am eigenen Bild)
2. Für unerlaubtes Fotografieren im höchtstpersönlichen Lebensbereich (StGB §201a "Verletzung des höchstpersönliches Lebensbereichs durch Bildaufnahmen"). Gehört die Straße dazu? Eindeutig nein

Zuzweit - wie macht man das?

Mit dem Teleobjektiv Canon EF-S 55-250/4-5.6 IS habe ich das sogar geschafft, aber mein Normalobjektiv ist Canon EF-S 18-55/3.5-5.6 IS und es nervt unglaublich die Objektive ständig zu wechseln. Und das Bildqualität war schlecht (viel schlechter als die Tests von den Objektiv Canon EF-S 55-250/4-5.6 IS). Und die Gefahr, beide Objektive beim Wechseln kaputt zu machen (aus Versehen fallen lassen)...

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fotoart
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Beitrag von fotoart » Mi Feb 16, 2011 12:28 pm

Hallo,
alles schön und gut, Du hast geschildert warum bei Dir Bilder machen mit einer Waffe in der Tasche zu vergleichen ist die zum verletzen dient.
Du behauptest, dass die reine Wahrscheinlichkeit noch nicht juristisch geahndet werden kann.
Es stimmt, Du kannst mit einem Teleobjektiv aus dem Fenster die Nachbarn unter der Dusche oder bei was auch immer fotografieren und wenn es keiner merkt regt sich auch niemand auf.
Es ist jedoch auf jeden Fall eine Verletzung der Intimsphäre der Mitmenschen wenn man mit technischen Möglichkeiten in den intimen Bereich spannt auch wenn es nicht zur Veröffentlichung kommt.
Die entscheidende Frage ist wozu solche Aufnahmen im Alltag bei der Lebensbewältigung einen Sinn machen?
Um die Gelüste eines Einzelnen zu befriedigen? Dafür andere Menschen verletzen? Das ist eindeutig moralisch und ethisch nicht zu akzeptieren.
Voyeurismus ist in bestimmten Fällen in Deutschland strafbar.

Warum brauchst Du es andere Menschen mit einem Teleobjektiv zu beobachten, geheim, aus der Distanz und Aufnahmen zu machen,
wo ist der Knacks, warum kannst Du nicht auf die Straße gehen und Dir die Menschen anschauen oder Freunde einladen für eine private Runde
bzw. eine Fotostudio aufbauen und dort mit Menschen fotografisch arbeiten?
Hast Du Angst? Angst vor Menschen, angst vor Konfrontation, angst Dich selbst zu präsentieren und musst aus dieser Angst andere Menschen verletzen um selbst befriedigt zu sein?
Dann gehe zu einem vertrauensvollen und gefühlvollen Menschen mit viel Empathie und rede darüber bevor es eskaliert,
es eine nicht wieder gut zu machende Opfersituation gibt und Du in Gewahrsam kommst,
bei einem psychologischen Gutachten in die Forensik, das ist die Abteilung für psychisch kranke Straftäter.

Der Beginn für solch ein Ende sind Gedanken, dass ein Teleobjektiv mit einem Messer oder was für einer Waffe auch immer zu vergleichen ist
um durch Verletzung anderer Menschen die eigene Gelüste zu befriedigen sind. Das ist das Verhalten eines Psychopathen.

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Beitrag von crazy.physiker » Mi Feb 16, 2011 4:47 pm

1. Intime Lebensbereiche sind nicht mit nichtintimen Lebensbereichen gleichzusetzen. Auch der Gesetzgeber meint so. §201a StGB "Verletzung des höchstpersönliches Lebensbereichs durch Bildaufnahmen".
2. Die Waffe muss gar nicht in der Tasche liegen. Sie KÖNNTE dort liegen. Und selbst wenn die Waffe in der Tasche nicht, muss sie nicht gegen die andere Menschen eingesetzt werden, es KÖNNTE der Fall sein.
3. Die Menschen befinden sich auf der Straße, wo sie sowieso von allen Richtungen gesehen werden. War ist moralisch und ethisch nicht akzeptabel, diese Menschen zu fotografieren?

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Beitrag von Marius » Mi Feb 16, 2011 5:52 pm

fotoart hat geschrieben: Um die Gelüste eines Einzelnen zu befriedigen? Dafür andere Menschen verletzen? Das ist eindeutig moralisch und ethisch nicht zu akzeptieren.
es gibt einige moralphilosophien, die dir hier widersprechen würden. herr Kant würde dir sagen, dass du mit deiner antwort schon von dir preisgibst, wie sehr du schon von der christlichen welt verformt bist. Egoismus ist hier gefragt...nein, den quatsch mal bei seite und butter bei de fische
fotoart hat geschrieben: Die entscheidende Frage ist wozu solche Aufnahmen im Alltag bei der Lebensbewältigung einen Sinn machen?
[...]
Warum brauchst Du es andere Menschen mit einem Teleobjektiv zu beobachten, geheim, aus der Distanz und Aufnahmen zu machen,
wo ist der Knacks
vielleicht, weil es reizvoll ist leute abzulichten, die nicht merken, dass sie fotografiert werden, da sie sich dann sehr natürlich verhalten. und genau darin liegt der qualitative unterschied, freunde einladen oder in einem forostudio zu fotografieren ist was völlig anderes.

das es verboten ist leute in der öffentlichkeit zu fotografieren, find ich mal recht spannend, weil ich mich da selbst sehr schlecht auskenne, gesetztgebung und so. ist das nicht so, dass wenn eine gewisse anzahl an personen auf dem bild zu sehen ist, dann sogar veröffentlichungen legal sind?
gruß marius

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Beitrag von Johnars » Mi Feb 16, 2011 7:29 pm

Wenn du Mut und das Geld für einen Rechtsanwalt hast, dann kannst es so machen wie der Magnum Fotograf Bruce Gilden, mein Ding wäre es aber defintiv nicht:
(Link wurde entfernt)

Gruss Armin

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Beitrag von Marius » Mi Feb 16, 2011 8:04 pm

:D ne lustuge sache, die bilder sind beeindruckend...da geht man doch mit ganz anderen augen durch die fußgängerzone.
aber meine sache wär das auch nicht...jedenfalls nicht in der form.
marius

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Beitrag von Johnars » Mi Feb 16, 2011 8:53 pm

Wie Joel Meyerowitz es macht gefällt mir besser, nicht nur weil er es ab und an auch mit einer 8x10 inch Kamera macht!

(Link wurde entfernt)
(Link wurde entfernt)
http://www.youtube.com/watch?v=-mU_T2G3Gvw&NR=1

Einen habe ich noch für jemand der gut Englisch kann:
http://www.youtube.com/watch?v=5NVk7nuYPI4&NR=1

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Beitrag von fotoart » Mi Feb 16, 2011 10:24 pm

Mich schüttelt es vor ekel, dass es Menschen gibt die sich am heimlichen Beobachten anderer Menschen aufgeilen können um ihre Befriedigung zu finden.
Es ist die feigste, hinterhältigste und widerlichste Art mit den Mitmenschen umzugehen.
Leute die so etwas für ihre Seele brauchen sind Abschaum im waren Sinne des Wortes denn sie Schmarotzen anonym an der Energie von Passanten
und sollten von der Gesellschaft zu einer Behandlung gezwungen werden und wenn sie sich widersetzen droht Sozialisation bis ein Liebesgefühl sich regt
nicht nur den Mitmenschen gegenüber sondern vor allem sich selbst gegenüber.
Wer sich freiwillig und nachvollziehbar Preis gibt wie bei Facebook z.B. kein Problem, da bleibt die Eigenverantwortung gewahrt
aber wer unbemerkt aus dem Hinterhalt Fotos schießt um die ganz persönlichen Bedürfnisse zu befriedigen ist schwer krank und unterwandert die Gesellschaft.
Gesetz hin oder her, solche Menschen sind psychologisch zu Therapieren um sie von ihrer Perversion andere Menschen benutzen zu müssen für die persönliche Befriedigung
zu befreien und wenn es sein muss mit Zwang.
Dieses feige sich an Ahnungslosen laben die sich nicht wehren können weil ihnen der Vorgang nicht bewusst ist, ist eines der widerlichsten Formen zu denen der Mensch in der Lage ist.

Meine Fototouren dienen auch zur Verarbeitung menschlicher Prozesse und die Fotos haben das menschliche Empfinden und Denken zum Thema
aber dafür ist es nicht nötig die Mitmenschen aus dem Hinterhalt zu benutzen, eher im Gegenteil, wenn die Fotos, meist abstrakt, in der Ausstellung hängen ist jeder Mensch eingeladen sie zu betrachten und Kritik zu üben,
so ist es möglich eine Botschaft über das Leben an die Leute zu geben und zu vermitteln. Ein Ausgleich zwischen Geben und Nehmen schließt sich wie beim Kreislauf der Natur.

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Beitrag von Johnars » Mi Feb 16, 2011 11:07 pm

Fotoart ich glaube du bist Untherapierbar, aber so hat jeder seine Stärken und Schwächen!
Viele der besten und intensivsten Kunstwerke der Fotografie hätten, wenn es nach dir ginge niemals entstehen dürfen!
Dorthea Lange Migrant mother und viele andere Bilder wären nie entstanden und auch Bilder über Hungersnöte in der 3. Welt hätten also uns hier im reichen Westen niemals erreichen dürfen, wenn es nach dir ginge!

Aber jedem das seine, Armin

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Beitrag von bodi » Do Feb 17, 2011 12:51 am

Die individuelle Moral eines Einzelnen ist ein Fakt, aber kein Gesetz.
Sie hat eine Entstehungsgeschichte, die meist unkorrigierbar ist.
Insofern sind Diskussionen darüber ziemlich unfruchtbar :)

Gruß
bodi

Gast

Beitrag von Gast » Do Feb 17, 2011 1:43 am

bodi hat geschrieben: Insofern sind Diskussionen darüber ziemlich unfruchtbar :)
Das sind Diskussionen mit Fotoart grundsätzlich, aber Du bist ja noch neu :mrgreen:

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Beitrag von fotoart » Do Feb 17, 2011 2:12 am

Johnars hat geschrieben: Viele der besten und intensivsten Kunstwerke der Fotografie ...
Das ist Deine Wahrnehmung und vielleicht auch ein Phänomen der Massen aber meine fotografische Arbeit basiert ganz bewusst nicht auf dem Prinzip des Voyeurismus und jedes wirklich bedeutende Kunstwerk auch nicht.
Ein Kunstwerk wenn es den Begriff verdient hat es einfach nicht nötig so simple psychologische Tricks anzuwenden um den Betrachter unbewusst
bei seinen animalischen Instinkten und Trieben anzuregen, ein Kunstwerk hält sich an die ästhetischen Gestaltungskriterien der Kompositionslehre und das spricht den Geist an.

Es gibt Presseerzeugnisse wie Magazine die endlos voll sind mit solchen bloßstellenden Fotos und dabei große Menschenmassen begeistern.
Kommerziell ein Erfolg aber für die Würdigung des Menschen und zwar jedes Menschen und nicht nur die "Schönen und Reichen" dienen diese Veröffentlichungen nicht.
Alle diesen Fotos die durch drauf halten entstanden sind erzeugen einen möglichst großen Skandal und dienen einzig und allein für den Lustgewinn des Betrachters auf Kosten des Abgebildeten,
das ist auch bei Fotos so auf denen Kinder aus Afrika mit großen Augen zu sehen sind.
Tut mir Leid, bin ein extrovertierter Fotograf und bei Vernissagen der schauspielerischen Selbstdarstellung fähig
aber Fotos die durch Spannen aus dem Hinterhalt entstanden sind lehne ich ohne wenn und aber ab.
Die meisten bekannten Fotos die wie ein zufälliger Schnappschuss aussehen und auch so benannt werden sind wie sich bei näherem hinsehen raus stellt
durch gute Regie, Dramaturgie und Inszenierung entstanden.
Ich weiß, die Fotografie verführt mehr als die Malerei zu oberflächlicher Betrachtung aber die Mühe mal etwas tiefer oder hinter das Offensichtliche zu schauen lohnt sich,
da sind die Entdeckungen und die befriedigenden Überraschungen zu finden.
FütterMeinEgo hat geschrieben: Das sind Diskussionen mit Fotoart grundsätzlich, aber Du bist ja noch neu
Weit gefehlt, finde das Formulieren der Gedanken sehr fruchtbar aber ich mache es dem Leser nicht leicht, ich kaue ihm nicht vor was er zu seiner Bestätigung braucht,
bin kein Staubsaugervertreter, er soll sich seine eigenen Gedanken machen und dazu provoziere ich. In der Kunst nennt sich das die kreative Krise am Bild.
Wenn er lieber woanders hingeht wo er durchgedrehtes in Häppchen bekommt, bitte schön, mir ist es egal, an der Qualität meines lauten Denkvorganges ändert das nichts.
Wenn ich dann alleine bin und alle versorgt sind ist endlich Zeit und Ruhe zum Meditieren.

Gast

Beitrag von Gast » Do Feb 17, 2011 11:52 am

fotoart hat geschrieben: Weit gefehlt, finde das Formulieren der Gedanken sehr fruchtbar...
Dass DIR da unter Umständen einer bei abgeht, bezweifle ich nicht. Meine Anmerkung geschah ausschliesslich aus Sicht Deiner Diskussionspartner. Für die scheinen Deine formulierten Gedanken nämlich überwiegend furchtbar zu sein, wie sich aus vielen Reaktionen ableiten lässt. Manchmal ist das Drehen zweier Buchstaben zur Beschreibung der Realität zwingend geboten.

DarthD
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Beitrag von DarthD » Do Feb 17, 2011 1:47 pm

Das Beispiel mit der dritten Welt fand ich sehr treffend.
Es ist notwendig, die Menschen dort so zu fotografieren, wie sie sind. Dann erst merkt man (wir), wie schlecht es ihnen geht und wir werden animiert zu helfen. Ohne solche Fotos würde es sehr viel schwieriger werden, den Menschen zu helfen.

mfg DarthD

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Beitrag von bodi » Do Feb 17, 2011 7:01 pm

FütterMeinEgo hat geschrieben:... aber Du bist ja noch neu :mrgreen:
HIER schon. Kenne das aber zur Genüge aus anderen Foren :D

Gruß
bodi

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