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Schärfentiefe, Blende

Allgemeine Fragen rund um die Digitalfotografie.

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klarobello
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Schärfentiefe, Blende

Beitrag von klarobello » Di Okt 30, 2012 8:21 am

Die Erhöhung des Blendenwertes erhöht ja bekanntlich die Schärfentiefe.

Telezooms haben einen höheren Blendenwert, erhöht sich dadurch auch die Tiefenschärfe?

Wenn ich Polfilter oder Graufilter benutze erhöt sich der Blendenwert des ganzen Systems. Erhöht sich dadurch auch die Schärfentiefe?

Gruss klarobello



KaoTai

Beitrag von KaoTai » Di Okt 30, 2012 9:02 am

Die Filter ändern die Schärfentiefe nicht direkt. Sie lassen weniger Licht durch.
Das kannst Du mit einer längeren Belichtungszeit oder einer höheren ISO-Zahl ausgleichen.
Wenn Du das aber mit der Blende ausgleichst, dann musst Du sie weiter auf machen, das verringert die Schärfentiefe.
Zuletzt geändert von KaoTai am Fr Feb 21, 2014 1:09 pm, insgesamt 2-mal geändert.

daimos
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Beitrag von daimos » Di Okt 30, 2012 9:10 am

Moin,

theoretisch stimme ich da zu, wobei die Praxis meiner Ansicht nach anders aussieht.

(Billige) Telezooms haben eine kleinere Offenblende (größerer Blendenwert), so dass die erzielbare Tiefenunschärfe nicht so gut ist. Abblenden kann man alle Objektive und damit eine größere Tiefenschärfe erzielen, wenn man das möchte. Bei schlechtem Licht kann man ein billiges Telezoom mit großem Blendenwert nicht genug öffnen, was mit einer Festbrennweite und großer Öffnung (kleiner Blendenwert) vielleicht noch ginge.

Polfilter kosten etwa eine drittel bis halbe Blende, Graufilter sogar mehr. Das liegt daran, dass einfach weniger Licht durchgeht. Mit einem Graufilter kann man z.B. den Klassiker am Wasser machen (Wasserfall oder einfach am Fluss), dass man derart lange belichten kann, dass das Wasser aussieht wie Watte.

Grüße aus Siegburg,
Guido
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Cano
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Beitrag von Cano » Di Okt 30, 2012 9:22 am

daimos hat geschrieben: Polfilter kosten etwa eine drittel bis halbe Blende, ...
Das wäre schön. Tatsächlich liegt der Verlängerungsfaktor im Durchschnitt jedoch bei 3 (also 1,5 Blendenstufen).

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Topfenfranz
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Beitrag von Topfenfranz » Di Okt 30, 2012 5:11 pm

Den Satz 'wenn ich Polfilter oder Graufilter benutze erhöht sich der Blendenwert des ganzen Systems' möchte ich so nicht unwidersprochen stehen lassen.

Pol- und Graufilter verändern keinen Blendenwert, sie reduzieren lediglich die Lichtmenge (um dies zu kompensieren kann man natürlich die Blende weiter öffnen, sofern diese es zulässt).

Tatsächliches Abblenden dient ja keineswegs lediglich dem Zweck, die Lichtmenge zu reduzieren, sondern es beeinflusst direkt die Schärfentiefe und diese hängt ganz konkret von den Faktoren Brennweite und Blende ab, nicht aber von der tatsächlichen Lichtmenge.

Graufilter dienen also nicht der Veränderung der Schärfentiefe, sondern dienen lediglich als Regulativ, um bei sonst gleichen Bedingungen Zeiten verlängern zu können. Bei Polfiltern kommt noch hinzu, daß sie möglicherweise durch den Wegfall störender Reflexionen an diesen Stellen eine subjektive Schärfe erzeugen können, was allerdings mit Schärfentiefe nichts zu tun hat.

Gruss Topfenfranz
Lumix LX3 (18mm) + Lumix LX3 (24-60mm) + PL2+PM1 (überwiegend 15mm und 90mm), aber auch 140-400mm (OM)

Gruss Topfenfranz, der den Schuß nicht hört und den Blitz nicht sieht, aber das Donnerwetter spürt

vobe49
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Beitrag von vobe49 » Do Nov 01, 2012 3:59 pm

Hallo,
die größer Tiefenschärfe bei kleiner Blendöffnung entsteht dadurch (wenn ich mich richtig an meinen lange zurückliegenden Physikunterricht erinnere), dass der sogenannte Abbildungsfehler einer Linse in deren Mitte am geringsten ist. Da die Lichtstrahlen genauer im Brennpunkt gebündelt werden, erscheint das Bild schärfer. Lichtstrahlen, die die Linse am Rand durchlaufen, werden nicht genau im Brennpunkt gebündelt, so dass das Bild hier unschärfer wirkt.
Die Schärfeleistung eines Objektives hängt also auch!! entscheidend von der Qualität der verwendeten Linsen ab (das macht den Preisunterschied bei Objektiven aus). Daher wird die Schärfeleistung von billigen Objektiven i.d.R. schlechter sein, als die von teuren. Das holt eine noch so kleine Blendöffnung nicht auf.
Dennoch ist es richtig und wird von vielen "Knipsern" immer wieder falsch gemacht - man überlässt auch bei hellstem Tageslicht die Wahl der Belichtungsparamerter Blende/Belichtungszeit der Automatik - obwohl die nie eine Blende 16 - und so eine bessere Schärfeleistung vorwählen würde.
Gruß vobe49

daimos
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Beitrag von daimos » Do Nov 01, 2012 6:33 pm

Uff, das würde ich jetzt so nicht unterschreiben. Erstens sind die Unschärfekreise durchaus von der Brechwirkung des Glases abhängig, aber bei den Markenherstellerns tun die sich alle nicht mehr viel.

Dazu finde ich Blende 16 als "schärfstmöglich" nicht richtig, das dürfte sich eher zwischen 4 und 8 abspielen, je nachdem, welches Glas man jetzt hat. Ab Blende 11 würde ich schon fast wieder an Beugungsunschärfe denken, wobei das in der Tat auch erst ab 16 signifikant werden kann. Aber bei Blende 16 einen "sweet spot" zu sehen, sehe ich so nicht.

Abblenden tu ich mit meinen Hoya Polfiltern in der Tat eher eine drittel bis halbe Blende, vielleicht liegt das aber daran, dass die Belichtungsmessung erkennt, dass insgesamt nicht viel fehlt sondern nur gestreutes Licht wegfällt. Mehr Verlust als z.B. f/4.0 auf f/5.6 hab ich wirklich selten.

Grüße,
Guido
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Beitrag von vobe49 » Fr Nov 02, 2012 7:26 am

Hallo daimos,
das mit der Blendennumerierung ist so eine Sache: meine Videokamera Canon XA10 hat als kleinste Blende 8; ich bin mir nicht sicher, ob die Blendöffnung wirklich prozentual größer ist als die bei meiner Samsung NX 11 mit kleinster Blende 22. Richtig ist aber, dass ein extremes Abblenden (Blende 16...22) nicht unbedingt mehr Schärfe bringt. Andere Faktoren spielen sicher da auch eine Rolle - z. B. ISO-Wert und Belichtungszeit. Bei Digitalkameras scheint es bei sehr langen Belichtungszeiten (Nachtaufnahme) zur Beeinflussung zwischen den Pixeln auf dem Sensor zu kommen, was ein gewisses Verwaschen/Rauschen und damit weniger Schärfeleistung zur Folge hat.
Gruß vobe49

KaoTai

Beitrag von KaoTai » Fr Nov 02, 2012 10:20 am

vobe49 hat geschrieben: meine Videokamera Canon XA10 hat als kleinste Blende 8; ich bin mir nicht sicher, ob die Blendöffnung wirklich prozentual größer ist als die bei meiner Samsung NX 11 mit kleinster Blende 22
Die Blendenzahlen ergeben sich aus dem Verhältnis von Brennweite des Objektivs zum Durchmesser der Blendenöffnung.
Beides sind Größen, die sich präzise messen lassen.
Insofern würde sich m.E. kein Hersteller erlauben, bei den Blendenwerten zu mogeln.

Wenn z.B. ein Objektiv Lichtstärke 1.4 hat, dann kannst Du dich darauf verlassen, dass die größte Blendenöffnung einen Durchmesser hat, der 10/14 der Brennweite beträgt.
Die Frage ist dann eher, ob das Objektiv bei dieser großen Blendenöffnung schon so scharf arbeitet, wie Du es vom hohen Kaufpreis erwarten würdest - oder ob diese tolle Lichtstärke nur "Blendwerk" ist.

Wenn das Objektiv der Videokamera nur bis Blende 8 und nicht weiter geschlossen werden kann, dann liegt das vermutlich daran, dass der Sensor so klein ist, dass bei Blende 11, 16, 22 die Beugungsunschärfe schon deutlich sichtbar würde und deshalb diese Blendenwerte gar nicht angeboten werden.
Wenn das Motiv zu hell is, kann man ja anstatt die Blende zu schließen immer noch die Belichtungszeit verkürzen, die ISO-Zahl reduzieren oder notfalls ein Graufilter verwenden.

buerokratiehasser
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Beitrag von buerokratiehasser » Fr Nov 02, 2012 3:23 pm

vobe49 irrt sich: Bei einer perfekten Linse (und da kommen manche Primes ganz gut dran) müßte dann alles scharf sein. Glasfehler kommen auf DOF (der mit einigen Näherungen nur von Brennweite und Blende abhängt) noch obendrauf.

Fredy33
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Beitrag von Fredy33 » So Dez 23, 2012 7:12 pm

Viele Hinweise für diesen Bereich gibt es bei Traumflieger.de

Bei der Schärfentiefe kommt es auch auf die verwendeten Objektive an. Ein Canon 17-85mm IS F5.6 USM hat bei Blende F8 die beste Schärfe. Bei Blende F11 wird bei diesem Objektiv die Bildqualität schon schlechter. Aus diesem Grund wäre mehr Schärfentiefe bei diesem Objektiv sinnlos.

Hinzu kommt auch noch, das dieses Objektiv für 18 MPixel Sensoren weniger gut geeignet ist. Eine Canon 40D ist für dieses Objektiv besser geeignet.

Bei einigen Canon L Objektiven wo ich die Schärfentiefe in einem Lichtzelt getestet hatte, konnte ich zwischen Blende F11 und F20 keine großen Unterschiede feststellen. Bei einigen Objektiven ließ sogar die Schärfe nach.

Wenn ihr mehr wissen wollt, Traumflieger.de besuchen.

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Beitrag von andi-haas » Do Feb 20, 2014 9:54 pm

Hallo, hab das vor ein paar Tagen versucht mal zusammenzufassen villeicht hilft das ja weiter: http://blog.andi-haas.de/schaerfeebene/

Viele Grüße

Mikes
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Beitrag von Mikes » Fr Feb 21, 2014 2:51 pm

Ich denke, dass er seine Antworten schon bekommen hat. Immerhin ist das Thema schon gute 2 Jahre her. ;)
Zu deinem Blog und der Mathe Frage. In meinem Studium (Mathe, Info) kaut man solch Formel durch. Bekannt ist im Bereich der Fotografie z.B. die Beziér Kurve zum Glätte von Kanten. Die Berechnung wird auch oft in 3D-Modellen benutzt.
Nun ist mir das Prinzip der Schärfenebene etwas deutlicher, danke! :)

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Sunny91
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Beitrag von Sunny91 » Fr Jul 25, 2014 3:12 pm

Hallo Ihr Lieben!
Ich bin Anfänger und möchte mir nun einen Graufilter kaufen.
Leider weiß ich aber noch nicht so recht, welcher es sein soll.
Hier sind ja bereits einige gute Graufilter aufgeführt, doch welchen haltet Ihr für den Besten?

KaoTai

Beitrag von KaoTai » Fr Jul 25, 2014 4:57 pm

Sunny91 hat geschrieben:Hier sind ja bereits einige gute Graufilter aufgeführt, doch welchen haltet Ihr für den Besten?
Halte uns doch bitte nicht zum Besten. :evil:
Du wolltest deinen Link platzieren - die Antwort auf die Frage interessiert dich nicht wirklich!

Daher mein Tipp: Nimm am besten einen solchen:
http://www.amazon.de/Meymoon-Qualit%C3% ... 869&sr=1-8

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