ISO 1000 ohne Nachteile?

Allgemeine Fragen rund um die Digitalfotografie.

Moderator: ft-team

klarobello
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Beitrag von klarobello » Sa Jan 26, 2013 3:10 pm

>>Beugungsunschärfe-Bereich<<

Das ist doch mal ein neuer Fakt.

Bei einer Vollformat ist die Schärfentiefe deutlich geringer (da sind die Crop im Vorteil) und dem will man irgendwie gegensteuern und das geht nur über einen grossen Blendenwert, und wenn man nicht im Zeitwert Verlust haben, bleibt eigentlich nur den ISO-Wert zu erhöhen.

Man kann aber auch ein Stativ benutzen, dann ist ISO100 der logischste Wert. Nur immer ein Stativ mit sich herumzuschleppen erfordert schon viel Ehrgeiz

Schärfentiefe und Beugungs-Unschärfe sind die einzigen brauchbaren Ergebnisse dieser Diskussion, auf die all die Anderen nicht gekommen sind.

Die Unmenge der persönlichen Kritik lässt eigentlich vermuten, dass ein anderer Grund dahinter steht, oder zwei.

Gruss klarobello

KaoTai

Beitrag von KaoTai » Sa Jan 26, 2013 6:11 pm

klarobello hat geschrieben:Bei einer Vollformat ist die Schärfentiefe deutlich geringer (da sind die Crop im Vorteil) und dem will man irgendwie gegensteuern und das geht nur über einen grossen Blendenwert, und wenn man nicht im Zeitwert Verlust haben, bleibt eigentlich nur den ISO-Wert zu erhöhen.
Irgendwie stimmt das.
Aber es widerspricht meiner ganzen Fotopraxis:

Zu geringe Schärfentiefe ist m.E. fast nie ein Problem, zu große Schärfentiefe (d.h. man kann das scharfe Motiv nicht vom unscharfen Hintergrund trennen) dagegen schon.
Wenn ich auf Blende 8 gehe, dann habe ich für fast alle Motive reichlich Schärfentiefe und habe selbst bei einer Crop-Kamera noch keine wesentlichen Beugungsunschärfen.

Geringe Schärfentiefe bekomme ich nur mit großen Blendenöffnungen, dazu braucht es lichtstarke Objektive, da kann man mit Zeit und ISO-Zahl nichts bewirken.

Und ich halte es für völlig normal, die unterschiedlichen Blendenwerte über die Belichtungszeit auszugleichen.
Die ISO-Zahl bleibt i.d.R. fest, und zwar unter 200, außer in Innenräumen oder in der frühen Dämmerung.

Für die spektakulären Aufnahmen braucht man sowieso ein Stativ.
Dann wieder mit ISO-100.

klarobello
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Beitrag von klarobello » Mo Jan 28, 2013 5:44 pm

Neulich hab ich die Schnittfläche eines Bananenstrauches, 20cm Durchmesser, schräg, mit Blende 11, fotografiert. Die Schnittfläche war in der Mitte scharf, vorn und hinten unscharf! Weil der Stamm auch schräg abgeschnitten war, war der Abstand zum Sensor vorn ca. 147cm, in der mitte ca. 150 und hinten 153 cm. Mit so geringer Schärfentiefe kann man sich doch nicht zufrieden geben.



Gruss klarobello

KaoTai

Beitrag von KaoTai » Mo Jan 28, 2013 8:30 pm

klarobello hat geschrieben:mit Blende 11, fotografiert ... Sensor vorn ca. 147cm, in der mitte ca. 150 und hinten 153 cm.
Dann hast Du also eine Brennweite von 120mm verwendet! 8)

http://www.dofmaster.com/dofjs.html

Marius
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Beitrag von Marius » Do Jan 31, 2013 12:39 am

KaoTai hat geschrieben: Dann hast Du also eine Brennweite von 120mm verwendet!
Stimmt, den Aspekt der Brennweite (+den Abstand zum Motiv) haben wir glaube ich auch noch nicht angesprochen. Aber ich denke du weißt, dass die Schärfentiefe umso kleiner ist, desto länger die Brennweite und desto gringer der Abstand zum Motiv ist.
Sprich: Im Weitwinkelbereich wirst du deutlich weniger Abblenden müssen, um eine sehr große Schärfentiefe zu bekommen, als im Telebereich.
wenn du also mit relativ langen Brennweiten unterwegs bist, kann deine ISO Wert erhöhung schon sinn machen, aber auch nur, wenn du zwingend eine große Schärfentiefe benötigst.

edit: Ein Beispiel an einer Vollformat-Kamera

28mm, Blende 5.6, Abstand zum Motiv 5m --> alles hinter 2,41 Meter ist scharf

50mm, Blende 5.6, Abstand zum Motiv 5m --> hier hast du schon eine deutlich geringere Schärfentiefe, da nur der Bereich zwischen 3,74m und 7,53m scharf abgebildet wird.

(bei 100mm, soweit die anderen Parameter gleich bleiben, ist der Schärfebereich schon unter einem Meter, laut Kalkulator bei 84cm)

gruß
Marius

klarobello
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Beitrag von klarobello » Do Jan 31, 2013 2:57 pm

Allerhand, was man alles bedenken muss. Danke für die Infos.

Gruss klarobello

klarobello
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Beitrag von klarobello » Sa Feb 02, 2013 1:20 pm

Z.B. nehm ich gern Blütengruppen (10cm) im Abstand von 0,45m und 105mm Brennweite auf. Selbst mit Blende 16 scheint mir die Schärfentiefe nur 3-4cm zu betragen. Vielleicht könnte ich ja eine kleinere Brennweite, wie z.B. 50mm nehmen und dann die Blüte ausschneiden, aber dann verliere ich an Bildqualität.

Wenn ich also einen Mandelbaum mit Blüten (ohne Blätter), der 2m Durchmesser hat, von 5m Abstand, bildfüllend aufnehmen will, was ungefähr 100mm Brennweite entspricht, so wird nur ein Teil der Blüten scharf. Ich hätte nicht gedacht, dass die Physik so enge Grenzen setzt. Wie machen denn die Berufsfotografen das? Liefern die einfach ein Bild mit der Hälfte der Blüten unscharf? Oder wählen die 28mm und schneiden aus?
Gruss klarobello

vobe49
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Beitrag von vobe49 » Fr Feb 08, 2013 1:23 pm

Es gibt noch zwei gute Gründe, den ISO-Wert nicht ohne Zwang hochzustellen:
Schärfeverlust und stärkere Erhitzung des Bildsensors mit qualitätsfolgen für das Bild.
vobe49

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Vorteil der Technik ^^

Beitrag von Fotograf Manuel Wilke » Fr Feb 08, 2013 6:59 pm

Ich fand es ganz schön wie du geschrieben hast man sollte doch den Vorteil neuer Technik nutzen. Natürlich ist eine hohe ISO oft von Vorteil aber es kann nicht jeder etwas damit anfangen. Bei schönem Wetter und mit einer Blitzanlage draußen kann es auch manchmal etwas schwierig werden. Ohne extra auslösesysteme hast du meist max. einen verschlusszeit von 250 s und besonders wenn du mit der Tiefenschärfe arbeiten willst und für die Offenblende aber überall einfach zu viel Licht da ist. Da muss man sogar mit ISO 50 manchmal sogar noch einen Graufilter auf das Objektiv schrauben welcher Licht schluckt. Da bringt einem ISO 1000 nichts. Ich fotografiere meist mit einer Canon 5D Mark 2 und merke selbst hier in dunklen bereichen ein leichtes Rauschen wenn ich auf 100 % rangehe, daher versuche ich immer die ISO gering zu halten.

Liebe Grüße

Manu

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Beitrag von fotoart » Mo Feb 11, 2013 1:36 pm

Dann sind ja alle Produkte genannt mit denen man Status erzielen kann...
Moderne Technik schön und gut, kann jeder kaufen der das Geld auf den Tisch legt und ISO-Werte nutzen in jeder Größenordnung.
Für mich ist Fotografie mehr als teure Technik und zwar das gestalten von Bildern, das fängt im Kopf an, überträgt sich auf die Umwelt und erst im Moment der Aufnahme kommt der Apparat zum Einsatz.
In dem ganzen Prozess ist die Verwendung von technischem Gerät der geringste zeitliche Aufwand.
Ein Graufilter kann gute Dienste leisten, vor allem wenn es um die wichtige Bildaussage von Langzeitbelichtungen geht, ein sehr wirkungsvolles Gestaltungselement um konkrete Inhalte und Gefühle zu transportieren.
Warum outdoor eine Blitzanlage und Graufilter verwenden erschließt sich mir nicht, warum neben der Sonne Kunstlicht verwenden und dieses mit getöntem Glas wieder ausfiltern?
Außer bei Hochzeitsfotografie, da kann es vorkommen aber wer macht so etwas primitives der sich für Fotografie engagiert?

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Beitrag von klarobello » Mo Feb 11, 2013 2:25 pm

Jetzt hab ich meistens ISO 500 fest eingestellt, benutze aber auch andere ISOs.

Eine Variante ist z.B. auch Zeit und Blende manuell einzustellen und die ISO-Automatik den Rest machen zu lassen. Bei Landschaft z.B.: kurze Zeit, damit bei Wind (häufiges Problem) Blätter in der Nähe nicht verwackeln und grosser Blendenwert um Schärfentiefe zu erhalten.

Ich will ja keine Plakate oder Bildtapeten machen. Wenn man also ein Rauschen bei höherem ISO nur mit unnatürlicher Vergrösserung sehen kann, nehme ich es in Kauf, der genannten Vorteile wegen.

Vielleicht gibt es ja Leute, die mit solchen Vorschlägen was anfangen können.

Gruss klaro

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Beitrag von AwieAngela » Mo Feb 11, 2013 4:32 pm

>>Vielleicht gibt es ja Leute, die mit solchen Vorschlägen was anfangen können. <<

Da bleib ich lieber Dilettant und vergeude meine Zeit
an die Bildgestaltung :mrgreen:

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Beitrag von klarobello » Mi Feb 13, 2013 1:53 pm

Inzwischen ist noch klar geworden, dass durch hohe ISO-Werte, die Möglichkeit Ausschnittsvergrösserungen zu machen verringert wird. Rauschen, das bei normalen Bildern nicht sichtbar ist, kann es bei Vergrösserungen werden.

Es ist schade, dass die Beantwortung einer einfachen Frage soviel Hysterie hervorgerufen hat.

Die drei erhaltenen Antworten (Dynamikverlust, Beugungsunschärfe, Sensorerwärmung), hätten m.E. nicht eines Threads von 3 Seiten bedurft.

Gruss klaro

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Beitrag von vobe49 » Mi Feb 13, 2013 2:49 pm

oh, oh, klarobello,
wenn ich hier so deine "Weisheiten" lese, kann ich nur sagen: wenig Ahnung, aber das mit Überzeugung.
Wenig Ahnung ist ja kein Problem, dafür gibts ja genügend Leute in solchen Foren, die gern helfen.
Wenn ich aber so etwas lese wie "Blende und Belichtungszeit einstellen und den Rest ISO machen lassen", dann ist das schon grenzwertig, denn wozu soll das wohl gut sein?
Ich denke immer vorher nach: wie lang/kurz muss die Belichtungszeit sein, damit die Aufnahme nicht verwackelt, wie weit kann ich abblenden, damit die Aufnahme korrekt belichtet ist und wenn ich nicht auf optimale Belichtungsparameter komme, gehe ich mit der Empfindlichkeit (ISO-Wert) hoch. Den ISO-Wert auf 500 oder 1000 setzen macht ggf. noch Sinn, wenn man unter schlechten Lichtverhältnisse keine Zeit für die Kameraeinstellung hat und auf Nummer sicher gehen will. Das hat aber dann mehr mit Dokumentation als mit Fotografieren zu tun.
Gruß vobe49

Gast

Beitrag von Gast » Mi Feb 13, 2013 3:21 pm

klaro,

du solltest dich dringend in die materie einlesen und zwar nicht
nur oberflächlich. die abhängigkeiten von brennweite, abstand
zum motiv, blende und iso-wert, müssen dir in fleisch und blut
übergehen. wenn du schreibst, du hättest jetzt iso 500 fest
eingestellt sagt es mir deutlich, dass du noch viel lernen musst.
allein dass ist normal. nur, du solltest dich intensiv mal s e l b s t mit der
materie auseinandersetzen, anstatt hier teilweise nicht fundierte antworten
zu erhalten.

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