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was tun bei verschiedenen bzw. schlechten lichtverhältnissen

Allgemeine Fragen rund um die Analog-Fotografie.

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fotototo
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was tun bei verschiedenen bzw. schlechten lichtverhältnissen

Beitrag von fotototo » Fr Mär 14, 2008 3:52 pm

werde anfang mai auf einer kinderkommunion fotos machen. an diesem tag werden mir sicherlich versch. lichtverhältnisse begegnen. hab mir gerade folgendes überlegt.

wenn ich abends in einem geschlossenen raum fotographieren will, wo ja nur schwaches licht und kerzenschein ist, mache ich mit blitz vielleicht die atmosphäre kaputt, aber ohne ist es meist zu dunkel. ist es da besser einen film zu nehmen mit einer anderen asa zahl?
kann man so pauschal sagen welche da besser ist?

komme auf die idee weil ich gelesen habe das eine höhere asa-zahl ermöglicht selbst bei weniger licht aus der hand zu fotographieren. klar das bild wirkt grobkörniger aber das hat ja meist bei kerzenlicht nen schönen effekt.

stimmt das so=??

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WolfgangS
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Beitrag von WolfgangS » Fr Mär 14, 2008 3:57 pm

Genau, nimm einen 400-ASA-Film, dann hast Du 2 Blenden mehr. Er ist sogar mit 800 ASA bvelichtbar, muss dann aber "push"-Entwickelt werden. Desweiteren solltest, wenn vorhanden ein Objektiv mit hoher Lichtstärke einsetzen (f 1/2,8)

fotototo
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Beitrag von fotototo » Fr Mär 14, 2008 4:03 pm

was bedeutet mit push entwickeln?
gibt es irgendeine faustregel die meine asa-zahl annährend ermittelt? quasi sonniger tag draußen 200, kerzenlicht drinnen 400 usw

bis jetzt habe ich nur einen 200er ausprobiert

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WolfgangS
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Beitrag von WolfgangS » Fr Mär 14, 2008 4:12 pm

Das muust Du auf der Auftragstüte gesondert vermerken, Der Film wird dann mit einer längeren Zeit entwickelt. Am besten nicht in ein Massenlabor geben, die bieten das häufig nicht an, sondern zum Fotografen geben

100er Filme sind eigentlich der Standard

Gast

Beitrag von Gast » Sa Mär 15, 2008 12:54 am

Kommt noch drauf an, mit welcher Kamera/Objektiv Du überhaupt unterwegs bist. Ich erinnere mich an kompakte Superzooms der analogen Endzeit, mit denen man ohne 400er gar nicht aus dem Haus gehen brauchte, so schlechte Offenblenden boten die. Wenn Du einfache Fotos vom Ereignis machen willst, nimm lieber keine 100 ASA. Und guter 400er war schon lange nicht mehr wirklich grobkörnig.
Bei wenig Licht drinnen werden selbst 400 ohne Blitz nicht reichen - Dein Problem, Du siehst nicht, was passiert (wie bei einer Digitalen), verwackelst evtl. und außerdem sind Kinder keine Stillleben. Im Nachhinein ärgerst Du Dich grün. Grün oder rot oder sonst irgendwas sind vielleicht auch Deine Filme, wenn sie mit dem Kunstlicht drinnen nicht zurecht kommen. Dafür ist der Blitz eben auch gut, dass die Farbtemperatur stimmt. Mobil bevorzugt einer, mit dem man z.B. auch mal indirekt über die (wenn möglich weiße) Decke blitzen kann. Hast Du nur einen starren/eingebauten Blitz und gehst nah an die Kinder ran, dann solltest Du für ein paar Fotos den Blitz dämpfen. Das geht für den Notfall auch mal mit ein, zwei Lagen vom auseinandergenommenen Tempo. Probiere einfach alles durch, mit Blitz, ohne.
Und knipse, was das Zeug hält, lieber einen Film mehr :wink:

Grüße
Volker

(Keine Digitale zum Borgen? Da kannst Du die Bilder gleich überprüfen. So ein Tag ist einmalig.)

edit: Ich las gerade woanders, Du bist der glückliche AE1 Besitzer? Dann gehen mit dem Objektiv und gutem Licht draußen 200 in Ordnung. Grauwetter, für die Schärfe abgeblendet und ne schnellere Zeit für bewegte Kinder sind aber selbst dann ein Problem.

putzerfisch
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Beitrag von putzerfisch » Sa Mär 15, 2008 3:48 pm

Dein Vorhaben ist unter den Begriff (Link wurde entfernt)
bekannt. Gemeint ist damit das Fotografieren mit dem vorhandenem Licht (insbesondere unter schlechtem, da spärlichen) und ohne Zuhilfenahme von Blitzlichtgeräten, Stativen usw. - also genau das was Du vor hast :-)!

Über Available Fotografie sind Bücher geschrieben worden, ich besitze noch eines aus dem Fotokinoverlag (DDR) das sich nennt:"Gute Fotos mit wenig Licht". Das kann ich natürlich nicht alles für Dich Abtippen :-)! Auch das Grundwissen über die Zusammenhänge von ASA Empfindlichkeit des Films gegenüber Blende und Belichtungszeit würde viel Platz hier im Forum einnehmen.


DAs Wichtigste wurde hier schon geschrieben, aber auch ich möchte nochmals darauf eingehen:

Wichtig ist ein Objektiv mit großer Anfangsblendöffnung! Denn nur bei weit geöffneter Blende und einem Objektiv das selbst wenig Licht "schluckt" kommt am Ende des Objektivs, also beim Film, noch genügend viel Licht an. Es wird wahrscheinlich auf eine (Link wurde entfernt). Es gibt auch lichtstarke Zoomobjektive, aber diese sind sau teuer, groß und schwer. Eine 50mm oder 35mm Festbrennweite mit einer Anfangsblendöffnung von 1:1,4 oder 1:1,8 oder auch noch 1:2,0 wäre für Dein Vorhaben sicher ideal!
Du hast mal geschrieben, das Du im Besitz eines Objektives 35-135mm und f= 1:3,5 - 4,5 bist. Für Available ist es nicht so gut geeignet, da es schon recht viel Licht schluckt. Gucken wir uns mal die Blendenreihe an:

1 - 1,4 - 2 - 2,8 - 4 - 5,6 - 8 - 11 - 16 - 22

Das sind ganze "Blendschritte" und von Schritt zu Schritt halbiert - bzw. verdoppelt - sich das Licht, welches vom Objektiv bzw. der Blende durchgelassen wird. Bei f=1:1.0 würde das vorhandene Licht eins zu eins durchgelassen werden. Bei f=1:1,4 nur noch die Hälfte dessen, bei f=1:2,0 noch ein Viertel, bei f=1:4,0 nur noch ein Achtel (das wäre Dein Objektiv). Um dennoch ein gut belichtetes Foto zu erhalten, muss man entsprechend länger Belichten (der Film kann entgegen unseren Augen, Licht sammeln) und man kann einen empfindlicheren Film nehmen. Aber wie hier schon geschrieben wurde, besteht die Gefahr, dass bei den längeren Belichtungszeiten Bewegung im Bild verwischt, also unscharf, dargestellt wird. Es gehört ein bisschen Erfahrung dazu, einschätzen zu können, welche Belichtungszeit und welcher Aufnahmewinkel günstig sind. Hier mal eine Tabelle dazu:

Bild


Ist die Belichtungszeit etwas zu lang und man will trotzdem eine sich schnell bewegende Person fotografieren, kann man auch bei Fokussieren die Kamera "mitziehen" und aus der Bewegung heraus Auslösen. Dann ist die Person scharf abgebildet, der Hintergrund verwischt.


Du hattest gefragt, bei welchem Wetter welcher Film oder so, hier mal noch eine Tabelle:

Bild


Wie Du sieht’s, bezieht sich die ISO/ASA bzw. DIN Zahl des Filmes auf eine Belichtungszeit von 1/125s und es wurden ca 50 ASA zu Grunde gelegt. Wenn Du statt 50er nun 100 ASA Film verwendest, müsstest Du nur noch halb so lang belichten, da der Film doppelt so empfindlich ist. Demnach also alles mit 1/250s, bei 200er ASA demnach mit 1/500s. Oder Du blendest bei ASA100 eine Stufe weiter ab (entgegen ASA50). Bei Sonne und Strand und ASA 100 also statt Blende 16 nun Blende 22 bei 1/125s. Du siehts, ASA-Empfindlichkeit, Belichtungszeit und Blende stehen in fester Verbindung zueinander. Hast Du also die korrekte Belichtung gemessen, könnte man beispielsweise die Belichtungszeit um eine Stufe verkürzen, dafür müsste man aber die Blende um einen Wert öffnen und es wäre wieder ausgeglichen. Man könnte aber auch statt die Blende um einen Wert zu öffnen einen Film mit doppelter Empfindlichkeit nehmen (beispielsweise 200er statt 100er) und es wäre ebenfalls ausgeglichen. Ja und grundsätzlich könnte man sagen, je höher die Filmempfindlichkeit umso weniger Licht benötigt man, aber auch um so mehr Korn wird man bekommen.

Wenn Du für Dein Vorhaben nicht unbedingt Farbe fotografieren willst, könnte ich den Kodak BW400 empfehlen. Der hat bei ISO 400 sehr geringes Korn.

Ich weiß nicht wieviel Licht Dir zur Verfügung steht, aber ich denke mit ISO400 und Blende 2 und einer Belichtungszeit von cirka 1/30 bis 1/60 könnte es klappen. Hier mal noch zwei Bilder, welche ich bei totaler Dunkelheit bei Blende 1:1,4 und 1/30 Sekunden gemacht habe, das zweite und hellere bei doppelter Belichtungszeit, als 1/15 Sekunden:

Bild
f=1:1,4 1/30s


Bild
f=1:1,4 1/15s

Grüße, Ingo

Edit: hab mal paar kleine Fehlerchen ausgemerzt...
Zuletzt geändert von putzerfisch am Sa Mär 15, 2008 7:11 pm, insgesamt 1-mal geändert.

fotototo
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Beitrag von fotototo » Sa Mär 15, 2008 6:47 pm

wow danke für eure tollen beiträge, alles schön und gut erklärt, respekt.

blitzgerät habe ich, konnte es leider noch nicht ausprobieren.
denke ich werd nicht drum rum kommen mal viel zu experimentieren. wie schon beschrieben habe ich mich bis jetzt nur mit asa 200 beschäftigt, hatte eine sehr gute und nette amateurfotografin an der seite, die es aber auch nur durch "learning by doing" kann.

werd weiter experimentieren und ggf bilder online stellen.
kommentiert doch mal die 2 bilder in dem thread "canon ae1 - für den anfänger,,,," und analoge kaufberatung. denke so kann man besser lernen

nochmals danke

p.s: werde nicht der einzige auf der kinderkommunion sein der fotographiert, denke es wimmelt da von digitalenkameras :-)

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Beitrag von putzerfisch » Sa Mär 15, 2008 7:58 pm

>>denke ich werd nicht drum rum kommen mal viel zu experimentieren.<<

Ich habe viel auf "Andreas Hurni" Webseite über Fotografie gelesen. Er schreibt in einem mir sehr angenehmen Stil, kann gut erklären und schreibt viel von den ganz praktischen Dingen und Erfahrungen die er gesammelt hat:

http://www.andreashurni.ch/index2.html

Aber klar, man muss auch viel mit seiner Kamera ausprobieren, das ist genau so wichtig und man bekommt ein Gefühl für die Blende, die Verschlusszeiten, die Schärfe(nTiefe), das Licht usw. - alles kann man sich nicht erlesen ;-)! Man sieht natürlich nicht sofort das Ergebnis seiner Bemühungen im Kameradisplay wie es bei den Digitalen der Fall ist, aber ich mache mir ebenso wie Du oft Notizen zu meinen gewählten Einstellungen. Später, wenn ich die Bilder abgeholt habe, schau ich mir das dann an. Mag heut zu Tage schrecklich umständlich erscheinen *g*, aber irgendwie ist es für mich so intensiver.

>>p.s: werde nicht der einzige auf der kinderkommunion sein der fotographiert, denke es wimmelt da von digitalenkameras<<

Na auf jeden Fall schon mal "Gut Licht" ;o) und gutes Gelingen und Freude beim Machen!

Grüße, Ingo

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