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2 Fragen: Dig. vs. Neg./Werden Neg i.d.R. nur noch gescannt?

Allgemeine Fragen rund um die Analog-Fotografie.

Moderator: ft-team

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rettetdenfilm
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2 Fragen: Dig. vs. Neg./Werden Neg i.d.R. nur noch gescannt?

Beitrag von rettetdenfilm » Sa Sep 05, 2009 12:28 pm

Hallo,

ich habe zwei Anhängerfragen:

Ich fotografiere mit den guten alten Filmkameras, was mitunter daran liegt, dass eine komplette Neuanschaffung für digital mein Budget übersteigt, auch wenn natürlich die Filmfotografie auf Dauer teuer ist. Jetzt stellen sich mir zwei Fragen:

1. Bei fast allen Laboren, also auch kleineren, erhalte ich meine Filmabzüge auf Papier, auf dessen Rückseite immer das Wort Digital auftaucht. Da die Abzüge also alle auf Digitalpapier gedruckt wird, stellt sich mir die Frage: werden heute selbst in kleinen Laboren die guten alten Negative eingescannt und dann digitalisiert ausgedruckt :shock: ?

2. Man liest im Netz eine Masse zu Digital vs. Film. Leider sind viele Berichte und Beurteilungen bereits einige Jahre alt und es hat sich bei der Digitaltechnologie wieder viel getan.
Kann man noch pauschal sagen, dass der Film bei der SW-Fotografie aufgrund der Körnung die Nase vorn hat? Und wenn der Film siegt, ist der Grund einzig die detailliertere Körnung. Und bzgl. meiner Frage 1: wenn die Negative alle nur eingescannt werden: Schwindet dann dieser Vorteil nicht, da Scanner nicht die gesamte Körnung einfangen können?
Kann man noch pauschal sagen, dass der Film bei richtig großen Abzügen die Nase vorn hat?

Ich weiß, dass ähnliche Fragen oft im Netz auftauchen. Aber trotz längerem Suchen habe ich keine genauen Antworten zu meinen speziellen Fragen gefunden bzw. die Infos waren bereits mehrere Jahre alt, was bei den heutigen technische Fortschritten ja viel Zeit ist.

Vielen lieben Dank im Voraus!

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Johnars
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Beitrag von Johnars » Sa Sep 05, 2009 7:35 pm

Der Film hat die Nase höchstens noch im Kontrast vorne, in der Auflösung hat der 35 mm Film schon keine Chance mehr.
Denn im Gegensatz zum Film ist der Sensor absolut flach und kann somit mit den schärfsten Blenden verwendet werden ohne Abstriche durch die mittelmässige Planlage.
Der SW Film verdaut aber mehr Kontrast wie ein Sensor, denn 13 Blenden verträgt kein Sensor!

Gruss Armin

KaoTai

Beitrag von KaoTai » Sa Sep 05, 2009 10:30 pm

Die theoretische Schärfe von Kleinbildfilm wird von Digitalsensoren heute praktisch erreicht.

Die praktische Schärfe der meisten Kleinbild-Aufnahmen wird nicht vom Filmmaterial, sondern vom Objektiv und der Film-Planlage erreicht.

Meine alte EOS 10D mit nur 6 Megapixeln liefert genau so scharfe 30x45cm-Prints wie meine EOS 50E mit Fuji-Velvia. :shock:
Wenn ich auf beiden das selbe 24-85mm Zoom-Objektiv bei offener Blende und ohne Stativ verwende! :oops:


Man kann gut und schlecht scannen - da gibt es sehr große Unterschiede.

Scanner haben häufig auch eine relativ große Tiefenschärfe und können so eine gewisse Wölbung des Filmmaterials ausgleichen.

Außerdem kannst Du die gescannte Datei bearbeiten - und das geht weit über die Möglichkeiten üblicher Negativ-Retusche hinaus.

rettetdenfilm
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Beitrag von rettetdenfilm » So Sep 06, 2009 1:17 pm

Hallo und danke für die Antworten!
Außerdem kannst Du die gescannte Datei bearbeiten - und das geht weit über die Möglichkeiten üblicher Negativ-Retusche hinaus.
Das ist eben Geschmackssache. Ich nutze Fotografie nicht, um Bilder später am PC völlig zu verfremden. Ich möchte das Licht einfangen und so abziehen, wie es eingefangen wurde. Diese ganzen Spielereien, die heute Amateure nutzen, finde ich selbst einfach unästhetisch, weil die Verfremdung nur so ins Auge springt. Es ist ein Unterschied, ob Du einen SW-Film verwendest oder bunt digital fotografierst und dann am PC nach Herzenslust die Farben austauschst. Oder Cross: Das kann man auch digital machen, aber es wird niemals das selbe sein...Das Digital im Berufsalltag unumgänglich ist, ist natürlich klar. Aber als Hobby widme ich mich lieber dem guten alten Film.
Darum war meine Frage, wo noch die Vorteile des films bestehen. Erst letztes Jahr habe ich gelesen, dass alle Profis, die sw fotografieren dem Film den Vorzug geben. Das wird nicht nostalgische Gründe haben, oder?

Dank für die Antworten. Hoffe auf noch mehr Feedback

KaoTai

Beitrag von KaoTai » So Sep 06, 2009 8:11 pm

Aus meiner eigenen Erfahrung:

Ich müßte in der Schwarzweiß-Dunkelkammer schon einigen Aufwand treiben (nix Multigrade und so) um Bilder zu produzieren, die ich digital nicht auch erzeugen könnte.

Zudem arbeite ich digital sozusagen am Negativ, während ich in der Duka meistens am Positiv herummache.
D.h. den Aufwand (Abwedeln usw.) muß ich in der Duka für jeden neuen Abzug wiederholen.
Hingegen kann ich ein fertig bearbeitetes Digitalbild nach dem abspeichern beliebig oft und in beliebigen Formaten ausdrucken lassen.

Fazit: Dunkelkammer-Ausrüstung zugunsten einer DSLR verkauft.

Und was Farbbilder angeht - wenn Du in der eigenen Duka mit Farbe arbeitest, zolle ich Dir großen Respekt; aber das ist mir zu hoch.
D.h. meine Farbfilme gebe ich zum Vergrößern immer noch weg ins Labor.
Und was da herauskommt ist in gewissen Grenzen Glückssache.
Dagegen habe ich den Prozess von der Aufnahme zum Papierbild einigermaßen im Griff, wenn ich digital arbeite.

Von "völlig verfremden" war auch nicht die Rede als ich vorschlug die gescannten Negative am Rechner nachzubearbeiten.
Z.B. kann man gealterte Farbnegative mittels Weißableich und Tonwertkorrektur wieder auffrischen.
Oder z.B. die Gradation eines Farbbildes ändern - das geht analog wohl nicht ganz so einfach.

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fotoart
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Beitrag von fotoart » Mo Sep 07, 2009 1:02 am

...der entscheidende Unterschied ist nicht die technische Perfektion,
danach ist ein Hobbyfreund scharf der leichte und bequeme Befriedigung
sucht, sondern die Intuition, die Phantasie, der kreativ/schöpferische Akt,
die Mühe und der Aufwand, alles Dinge die in der Schwarzweißfotografie
eine Qualität erst durch analog Arbeit möglich machen.
Deshalb arbeiten wir im professionellen Bereich mit dem sogenannten
Hybridverfahren, analoge s/w Aufnahme, Digitalisieren der Negativs,
dezente digitale Bildbearbeitung und großformatiger Ausdruck.
Damit sind alle Bereiche abgedeckt und es entsteht ein Bild in bester
authentischer Qualität ohne steril zu wirken und es gibt ein physisches
Negativ als Material für viele Verwendungen.

JoeCool
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Beitrag von JoeCool » Sa Sep 19, 2009 8:30 pm

Zur Ausgangsfrage: ja, Negative werden in Labors heute in der Regel gescannt. Wer das nicht will, muss viel bezahlen (Handarbeit).
Digital vs. analog ist das Thema, was end- und sinnlose Diskussionen eröffnet. Mach doch einfach das, was dir Spaß macht.
Hybridtechnik finde ich gut, Dias fotografieren und einscannen. Mir macht das Fotografieren mit der analogen Kamera einfach mehr Spaß. Eine technische Überlegenheit des KB-Films besteht heute nicht mehr, oder allenfalls im Kontrast wie schon gesagt. Für mich hat das analoge Bild häufig eine andere Anmutung und Wirkung, aber das ist subjektiv.

lg Gerd

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Zorro
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Beitrag von Zorro » Fr Nov 20, 2009 7:57 pm

rettetdenfilm hat geschrieben:Hallo und danke für die Antworten!
Außerdem kannst Du die gescannte Datei bearbeiten - und das geht weit über die Möglichkeiten üblicher Negativ-Retusche hinaus.
Das ist eben Geschmackssache. Ich nutze Fotografie nicht, um Bilder später am PC völlig zu verfremden. Ich möchte das Licht einfangen und so abziehen, wie es eingefangen wurde. Diese ganzen Spielereien, die heute Amateure nutzen, finde ich selbst einfach unästhetisch, weil die Verfremdung nur so ins Auge springt. Es ist ein Unterschied, ob Du einen SW-Film verwendest oder bunt digital fotografierst und dann am PC nach Herzenslust die Farben austauschst. Oder Cross: Das kann man auch digital machen, aber es wird niemals das selbe sein...Das Digital im Berufsalltag unumgänglich ist, ist natürlich klar. Aber als Hobby widme ich mich lieber dem guten alten Film.
Darum war meine Frage, wo noch die Vorteile des films bestehen. Erst letztes Jahr habe ich gelesen, dass alle Profis, die sw fotografieren dem Film den Vorzug geben. Das wird nicht nostalgische Gründe haben, oder?

Dank für die Antworten. Hoffe auf noch mehr Feedback
Deinen Ausführungen schließe ich mich voll und ganz: Überzeugungsarbeit leiste ich nicht.... falls wir es erleben sollten, schauen wir in einigen Jahrzehnten nach, wo die Negative und die Dateien sind, und dann machen wir Abzüge.

VG

emil_winter
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Beitrag von emil_winter » Di Jan 05, 2010 8:52 pm

Der analoge Film hat wirklich den Vorteil, dass man noch fotografiert und nicht einfach drauf los knipst. Denke es macht schon einen großen Unterschied, dass man beim Film doch eher geneigt ist, nachzudenken wie ein Foto richtig belichtet und scharf gestellt wird.

Soll jetzt keine Kritik an jemandem sein - aber mir geht es halt wirklich so. Deswegen ist es mal gut ab und zu zurück zum Ursprung zu gehen.

Emil

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