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Mittelformatfotografie

Allgemeine Fragen rund um die Analog-Fotografie.

Moderator: ft-team

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Gast

Beitrag von Gast » Mo Mär 17, 2008 9:33 pm

...kannst ruhig Techniker bleiben, muss es auch geben, irgendwer muss ja die Technik Erforschen, Entwickeln und Erklären.
Jedoch ein Bild Betrachten, ein künstlerisches Bild, sollte man nicht mit technischer Sicht, sondern mit menschlicher Empfindung und die hat auch ein Techniker.
Es geht darum ein Bild anzuschauen und zu Spüren was es vermittelt und dabei nicht zu Denken welche Brennweite, Blende, Verschlusszeit und Unschärfe angewendet wurde.
Vor allem geht es nicht darum, dass das Bild bewirkt, 'oh ja, das ist toll, das will ich haben', wie in der Werbung, sondern eine Auseinandersetzung stattfindet, eine Kommunikation zwischen provozierendem Bild und Betrachter. Gebe ja zu, technische Perfektion ist nicht meine Stärke, braucht es auch nicht, danach streben schon mehr als genug, möchte beim kreieren von Bildern kein Techniker sein, obwohl ich mal ein Handwerk gelernt habe, sondern etwas von dem Einfangen und Vermitteln was rar ist.
Allerdings betrifft bürgerlicher Normalität und seelische Abgründe viele Menschen und wenn es nur über die Nachrichten und die Medien allgemein ist. Behaupte sogar wenn man ganz genau hinschaut, dass fast jeder Bürger, fast jeder Mensch auch irgendeinen seelischen Abgrund in sich hat. Den Wahrzunehmen und sichtbar zu machen haben die s/w Bilder als Sinn. Der Prozess ist noch lange nicht beendet...

gruß beuys

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Cano
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Beitrag von Cano » Mo Mär 17, 2008 9:44 pm

beuys hat geschrieben:Gebe ja zu, technische Perfektion ist nicht meine Stärke, braucht es auch nicht, ...
Wenn ein Bild (wie das von Dir gezeigte) schon inhaltlich und gestalterisch banal ist, dann sollte es wenigstens technisch in Ordnung sein.

Gast

Beitrag von Gast » So Mär 23, 2008 8:48 pm

Cano hat geschrieben: ...dann sollte es wenigstens technisch in Ordnung sein.
Nix da, technisch gute Bilder spuckt heutzutage jede digitale Kamera aus, auch die Billigste, also gibt es diese Fotos Millionen- und Milliardenfach.
Davon gilt es sich abzusetzen und wenn es mit Deiner Wahrnehmung nicht möglich ist, macht nichts, gehörst Du eben auch zu den Milliarden Knipsern.
Ist als Mensch keine Schande, nur mit Fotografie hat es fast nichts zu tun.

gruß beuys

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WolfgangS
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Beitrag von WolfgangS » So Mär 23, 2008 9:32 pm

Das ist dann vielfach das Argument, wenn ein Bild missraten ist: "Das ist Kunst!"

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Beitrag von Cano » So Mär 23, 2008 9:44 pm

Ein guter Handwerker ist mir lieber als ein schlechter Künstler.

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unixbook
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Beitrag von unixbook » So Mär 23, 2008 10:42 pm

Ein guter Künstler ist mir lieber als ein schlechter Handwerker...

Kunst basiert aber in der Regel zunächst auf dem beherrschen der handwerklichen Fertigkeiten. Da gibt es Ausnahmen, sicher.

Unabhängig davon kann ich bei beuys hier gezeigtem Werk weder künstlerische noch handwerkliche Besonderheiten feststellen. Kommt mir mehr vor, wie ein lomografisches Produkt, dem durch Beigabe von allerhand Text die Besonderheit aufgezwungen werden soll.

Aber wer bin ich schon, einen guten Handwerker und hervorragenden Künstler zu kritisieren... Und: Laut Beuys (dem bekannten Kunst- und Kulturphilosophen) sind wir eh alle Künstler!
Zuletzt geändert von unixbook am So Mär 23, 2008 10:49 pm, insgesamt 1-mal geändert.

Werner_B.

Beitrag von Werner_B. » So Mär 23, 2008 10:47 pm

:shock:
Zuletzt geändert von Werner_B. am Fr Mär 23, 2012 11:34 pm, insgesamt 1-mal geändert.

HeinBerg
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Beitrag von HeinBerg » So Mär 23, 2008 11:30 pm

beuys hat geschrieben:
Cano hat geschrieben: ...dann sollte es wenigstens technisch in Ordnung sein.
Nix da, technisch gute Bilder spuckt heutzutage jede digitale Kamera aus, auch die Billigste, also gibt es diese Fotos Millionen- und Milliardenfach.
Davon gilt es sich abzusetzen und wenn es mit Deiner Wahrnehmung nicht möglich ist, macht nichts, gehörst Du eben auch zu den Milliarden Knipsern.
Ist als Mensch keine Schande, nur mit Fotografie hat es fast nichts zu tun.

gruß beuys

nur mit Fotografie hat es fast nichts zu tun

das musste mal geschrieben werden Beuys, danke
Grüße, Hein

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Beitrag von HeinBerg » So Mär 23, 2008 11:34 pm

unixbook hat geschrieben: Kunst basiert aber in der Regel zunächst auf dem beherrschen der handwerklichen Fertigkeiten.

was Kunst ist bestimmt der Markt, der Betrachter und nicht der Macher

man bietet etwas an und es gibt immer wieder, man nennt sie glaube ich Banausen, die nur sehen was sie sehen - weil sie nie gelernt haben mit geschlossenen Augen zu sehen

wobei, Mensch bleibt Mensch und jeder glaubt seinen Geschmack zu kennen

ja, mir geht es gut
Grüße, Hein

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Beitrag von unixbook » Mo Mär 24, 2008 9:28 am

was Kunst ist bestimmt der Markt, der Betrachter und nicht der Macher
Das ist imho eher eine Definition für vermarktbare Kunst bzw. Kunstprodukten (Boy Groups wären ein Beispiel hier).
Kunst als solche ist eher anders definiert; da gibt es natürlich verschiedene und teilweise widersprüchliche Ansätze. So sagt z.B. Adorno, dass sich Kunst einer engeren Definition grundsätzlich entzieht. Beuys (nicht der hier im Forum) geht so weit zu sagen, dass der Mensch aus seiner Natur heraus automatisch künstlerisch agiert und somit jeder Mensch ein Künstler ist. Im Studium (Vorlesung Kulturpädagogik) lernte ich, dass durch Kunst Gefühlsausdrücke transportiert werden (ein "Kunst-Wollen" vorliegt), eine historische Überdauerung gegeben ist (wobei die nicht zeitlich definiert ist, insbesondere bei zeitgenössischer Kunst) und ein Aufzeigen verschiedener Wirkungsebenen stattfindet. Basis dafür ist laut meinem Prof. die o.g. handwerkliche Grundlage.

HeinBerg
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Beitrag von HeinBerg » Mo Mär 24, 2008 11:31 am

unixbook hat geschrieben:
was Kunst ist bestimmt der Markt, der Betrachter und nicht der Macher
Das ist imho eher eine Definition für vermarktbare Kunst bzw. Kunstprodukten (Boy Groups wären ein Beispiel hier).
Kunst als solche ist eher anders definiert; da gibt es natürlich verschiedene und teilweise widersprüchliche Ansätze. So sagt z.B. Adorno, dass sich Kunst einer engeren Definition grundsätzlich entzieht. Beuys (nicht der hier im Forum) geht so weit zu sagen, dass der Mensch aus seiner Natur heraus automatisch künstlerisch agiert und somit jeder Mensch ein Künstler ist. Im Studium (Vorlesung Kulturpädagogik) lernte ich, dass durch Kunst Gefühlsausdrücke transportiert werden (ein "Kunst-Wollen" vorliegt), eine historische Überdauerung gegeben ist (wobei die nicht zeitlich definiert ist, insbesondere bei zeitgenössischer Kunst) und ein Aufzeigen verschiedener Wirkungsebenen stattfindet. Basis dafür ist laut meinem Prof. die o.g. handwerkliche Grundlage.
oha
Das ist eine Aussage

Erst mal, was haben Boy Groups mit Kunst zu tun, oder ist zucken für dich schon Kunst?

Ich denke das Adorno und auch Beuys für sich gesprochen richtig liegen und was du in der Vorlesung gehört hast, stimmt natürlich auch.

Wir machen alle unser Ding und sehen mit unseren Augen die Dinge der Anderen und, jetzt denken wir auch noch mit unserem Kopf und denken, wir denken wie Der, der das Ding gemacht hat und liegen natürlich total daneben

Darum meine ich, ich sehe nur die Kunst als Kunst wenn sie mir gefällt, vielleicht nachvollziehen kann – weil es gut ist, für mich.
Aber was ist gut für dich?

Ein Auto zu reparieren ist eine Kunst, wird aber nicht als Kunst gesehen wird – weil es Handwerk ist

Wann ist Kunst, Kunst.
Und da denke ich, es ist große Kunst einem Menschen ein Stück Papier, Leinwand o. ä. für tausende von Euros zu verkaufen – ist dann der Kunsthändler der Künstler?

usw.

usw.
Grüße, Hein

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Beitrag von unixbook » Mo Mär 24, 2008 11:42 am

Erst mal, was haben Boy Groups mit Kunst zu tun, oder ist zucken für dich schon Kunst?
Eben nix ausser dem Wortbestandteil "Kunst" in Kunstprodukt! Es handelt sich dabei um ein Produkt, welches unter dem Label Kunst vermarktet wird.

HeinBerg
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Beitrag von HeinBerg » Mo Mär 24, 2008 11:47 am

unixbook hat geschrieben:
Erst mal, was haben Boy Groups mit Kunst zu tun, oder ist zucken für dich schon Kunst?
Eben nix ausser dem Wortbestandteil "Kunst" in Kunstprodukt! Es handelt sich dabei um ein Produkt, welches unter dem Label Kunst vermarktet wird.
hier Kommt Kunst-Produkt doch von künstlich und nicht von künstlerisch

??
Grüße, Hein

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Zurück zur Ausgangsfrage ...

Beitrag von klassiker » Mo Mär 24, 2008 12:03 pm

Erfahrung: Ja (4.5x6 und 6x7, Mamiya)

Mangels eigenem Labor immer nur Dias gemacht; traumhaft!

(6x7 mit einem 400W-Götschmann ist ein Erlebnis - das leuchtet,
da stehst Du mitten drin!)

Ist aber alles Jahre her, alles inzwischen längst wieder verkauft.

Warum? Ganz einfach - Du schleppst Dich an dem Kram zu Tode.
Landschaft/Architektur geht vernünftig nur vom Stativ; ich hatte
zur Mamiya RZ 67 II sogar das Shift, war toll, aber eben immer eine
Übung in Bodybuilding.
Für Studioarbeit ist das OK, aber auf Wanderwegen in Graubünden
fängst Du irgendwann an, fürchterlich zu fluchen. (Selbst, wenn Du
Deine Frau zum Stativ-Tragen überreden kannst :) )

Wenn Du Dir das antun willst ...

Chris
(inzwischen zum FX-Digital-Menschen konvertiert)

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Re: Zurück zur Ausgangsfrage ...

Beitrag von HeinBerg » Mo Mär 24, 2008 12:49 pm

klassiker hat geschrieben:Erfahrung: Ja (4.5x6 und 6x7, Mamiya)

Mangels eigenem Labor immer nur Dias gemacht; traumhaft!

(6x7 mit einem 400W-Götschmann ist ein Erlebnis - das leuchtet,
da stehst Du mitten drin!)

Ist aber alles Jahre her, alles inzwischen längst wieder verkauft.

Warum? Ganz einfach - Du schleppst Dich an dem Kram zu Tode.
Landschaft/Architektur geht vernünftig nur vom Stativ; ich hatte
zur Mamiya RZ 67 II sogar das Shift, war toll, aber eben immer eine
Übung in Bodybuilding.
Für Studioarbeit ist das OK, aber auf Wanderwegen in Graubünden
fängst Du irgendwann an, fürchterlich zu fluchen. (Selbst, wenn Du
Deine Frau zum Stativ-Tragen überreden kannst :) )

Wenn Du Dir das antun willst ...

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Selbst, wenn Du .............

ist gut!

hab ich nie geschafft
Grüße, Hein

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