>> Eventfotografie in Berlin

Kosten 35mm schwarzweiß-Film Entwicklung?

Alle rund um die Bildbearbeitung im Labor

Moderator: ft-team

Antworten
Benutzeravatar
exithell
wenige Posts
Beiträge: 5
Registriert: Di Nov 16, 2010 2:27 pm

Kosten 35mm schwarzweiß-Film Entwicklung?

Beitrag von exithell » Di Nov 16, 2010 2:30 pm

Hallo und Guten Tag. :mrgreen:

Mir brennt da etwas auf der Seele. Und zwar habe ich von vielen bekannten erfahren, dass das entwickeln von schwarzweiß-Filmen bei Drogerien extrem teuer sein soll. 10-15€ pro Film (statt sonst etwa 6€ bei Farbfilmen) wurden mir da als Richtwert gegeben.

Stimmt das tatsächlich?
Dass es bei Rossmann, Schlecker .. wirklich so teuer ist?

Ich traue mich gerade gar nicht, meinen Film abzugeben. :lol:

Wäre über Antworten und Erfahrungsberichte sehr dankbar. :wink:



Gast

Beitrag von Gast » Di Nov 16, 2010 2:50 pm

Vor allem ist die SW-Filmentwicklung in einem Grosslabor eines: Mies!

SW-Filme bedürfen, um gute Ergebnisse zu liefern, einer typgerechten Entwicklung (unterschiedliche Entwickler mit unterschiedlichen Entwicklungszeiten). In Grosslabors kommen alle SW-Filme in eine Standardbrühe und laufen da in einer Standardzeit durch.

Beim Kochen schmeisst man ja auch nicht alle Gerichte in denselben Topf und kocht alles gleich lang!

Wenn Du es preiswert und mit guten Ergebnissen haben willst, kommst wohl um die Selbstentwicklung nicht drumrum. Das Equipment ist inklusive Chemie für 50-100 € zu bekommen, wenn man das einmal hat, bewegen sich die Kosten für die Filmentwicklung im 1-€-Bereich (nur noch die Chemie und etwas Wasser) und darunter.

Eine Alternative für Handwerksmuffel wären die chromogenen SW-Filme ILFORD XP-2 und KODAK BW400CN, da die im gleichen standardisierten Prozess C-41 entwickelt werden wie Farbnegativfilme (und in Grosslaboren dafür der gleiche Kurs verlangt wird und die da eigentlich nichts falsch machen können). Die haben aber eine etwas andere Kornstruktur (nämlich garkeine, das sind Farbstoffwolken) und sind bei Puristen eher verpönt ;-)

Letzteres nutzt Dir aber im Falle Deines bereits belichteten SW-Films nichts. Was ist das denn für einer?

Benutzeravatar
exithell
wenige Posts
Beiträge: 5
Registriert: Di Nov 16, 2010 2:27 pm

Beitrag von exithell » Di Nov 16, 2010 3:39 pm

Ach du meine Güte.
Wunderbar, dass ich mich vorher nicht darüber interessiert habe. ;)

Was benötige ich denn für eine Filmentwicklung zu Hause?
Und wie vergrößere ich dann die entwickelten Filme?

Ich habe mir "AGFA Photo APX PAN 100" geholt. Da steht aber auch nichts von "C-41" irgendwo drauf.. bzw generell keine "Prozessnummer", außer ich habe sie übersehen.

KaoTai

Beitrag von KaoTai » Di Nov 16, 2010 3:58 pm

http://de.wikipedia.org/wiki/Schwarzwei%C3%9Ffilm

Tja nun, mit dem "Agfa Pan" hast Du dir leider einen "richtigen" Schwarzweiß-Film gekauft, den man nicht mit normalen Farbfilmen gemeinsam entwickeln kann.

So what.

Dann kaufe in Zukunft halt "chromogene Schwarzweißfilme" wie die schon erwähnten ILFORD XP-2 und KODAK BW400CN.

Die kannst Du ganz normal, ohne "Schwarzweiß" anzukreuzen, im Drogeriemarkt abgegen.
Funktioniert und kostet auch nicht mehr als Farbbilder.

Was Du mit dem einen Agfa Pan machst, wegwerfen oder teuer entwickeln, das bleibt dir überlassen.

Wenn Du die Schwarzweiß-Abzüge nicht in einem Fachlabor einzeln anfertigen läßt - was recht teuer ist - dann wirst Du vom Ergebnis vermutlich enttäuscht sein, wenn Du die Bilder vom Labor abholst.

Erst wenn Du Bildausschnitt, Gradation, Helligkeit und Techniken wie das Abwedeln in der eigenen Duka ausschöpfen kannst, entstehen wirklich eindrucksvolle SW-Bilder.
Was meine Bekannten aus den Großlabors zurückbekamen (bevor sie auf digital umstiegen) war weniger schwarzweiß als farblos.

Gute Schwarzweiß-Bilder bekommst Du also entweder aus der eigenen Dunkelkammer oder digital.
Wenn Du das Hantieren mit einer mechanischen Kamera und mit den Filmpatronen so toll findest, dann kannst Du ja beim Entwickeln auch gleich "CD" mit ankreuzen.
Dann bekommst Du neben den entwickelten Negativstreifen eine CD und kannst die Bilder am Rechner nachbearbeiten. :wink:
Zuletzt geändert von KaoTai am Di Nov 16, 2010 4:05 pm, insgesamt 1-mal geändert.

Gast

Beitrag von Gast » Di Nov 16, 2010 4:04 pm

Nein, der APX ist ein konventioneller SW-Film (den ich auch sehr gerne nehme, wenn genügend Licht da ist), den ich vorzugsweise in ID-11/D-76 entwickeln würde, dann kommt er sehr schön.

Ich hab in Deinem anderen Thread gelesen, dass Du analog lomographierst. Da wäre das Entwicklungsgerödel teurer als die Kamera, speziell, wenn Du selber vergrössern möchtest. Zumal Du zum Vergrössern eine Dunkelkammer brauchst (stationär oder temporär), die beim Filmentwickeln nicht unbedingt erforderlich ist. Such mal hier im Forum, die Frage nach dem benötigten Equipment gabs schon einige Male.

Ich würde an Deiner Stelle dann eher auf die chromogenen SW-Filme (s.o.) zurückgreifen und die einfach im Grosslabor abgeben. Der Kodak hat eine orangefarbene Maskierung, das hat Vorteile, wenn Du dann auch im Grosslabor von den Filmen Farbabzüge machen lässt (die sind auch monochrom, können aber schonmal einen Farbstich in eine Richtung aufweisen, sind aber billig und zum ersten Anschauen ok).

Bezüglich grösserer Abzüge würde ich dann an Deiner Stelle hybrid arbeiten, will heissen, die Negative einscannen und dann digital weiterverarbeiten.

Gast

Beitrag von Gast » Di Nov 16, 2010 4:08 pm

KaoTai hat geschrieben: Was Du mit dem einen Agfa Pan machst, wegwerfen oder teuer entwickeln, das bleibt dir überlassen.
Oder schau mal, ob Du einen Amateur in der Nähe findest, der noch selber entwickelt und Deinen Film mal mit durchzieht. Ein Fotoclub wäre da zB eine Anlaufstelle.

Benutzeravatar
exithell
wenige Posts
Beiträge: 5
Registriert: Di Nov 16, 2010 2:27 pm

Beitrag von exithell » Di Nov 16, 2010 4:14 pm

Vielen, vielen Dank für eure Antworten und die Aufklärung. :D

Passiert, wenn man denk "oh, schwarzweiß Film *krall*" ohne vorher nachzufragen. :lol:
Jetzt weiß ich besser Bescheid.

Martin.M
wenige Posts
Beiträge: 8
Registriert: Di Feb 22, 2011 6:17 pm

Beitrag von Martin.M » Fr Mär 04, 2011 5:39 pm

FütterMeinEgo hat geschrieben:SW-Filme bedürfen, um gute Ergebnisse zu liefern, einer typgerechten Entwicklung (unterschiedliche Entwickler mit unterschiedlichen Entwicklungszeiten). In Grosslabors kommen alle SW-Filme in eine Standardbrühe und laufen da in einer Standardzeit durch.
hallo und guten Tag,

gibts denn wirklich kein Standart-Rezept für SW Filme?
Ich frage deswegen weil ich eine (derzeit stillgelegte) 3M Durchlaufentwickelmaschine besitze. Die ist eigentlich zuständig für das Entwickeln von SW Filmen aus dem Postscript-Belichter, das ist eine andere Welt :wink: Sie hat 2 beheizte Bäder + 1 Wasserbad und ausgangsseitig Warmluftgebläse. Einstellbar ist das Durchlauftempo und die Temperatur des Entwickler- und des Fixierbades.

Vielleicht geht das ja? Dann könnte ich meine Kiev88 wieder nutzen.
Die Negative können per Trommelscanner digitalisiert werden, die technische Auflösung von dem Gerät ist recht hoch.

nette Grüße
Martin

buerokratiehasser
postet oft
Beiträge: 201
Registriert: So Aug 01, 2010 9:41 am

Beitrag von buerokratiehasser » Fr Mär 04, 2011 6:14 pm

>womit vergrößern

Na dafür brauchst du NOCH MEHR Equipment.. Das war aber einfach!
Immerhin gibt das dann Silber-"Prints", die sind unkaputtbar - das Papier verrottet vermutlich schneller als das Silber.

Ich habe auch das Problem (SW-Material und nichts zum Entwickeln). Vermutlich ist es am einfachsten, einen anderen Photoamateur mit Erfahrung und Dunkelkammer zu bestechen, daß er den Film mit durchzieht. Vielleicht mit noch nicht verknipsten SW-Filmen..

PS: PAN heißt meistens Panchromatisch. Also meist ein (normaler) SW-Film, der auch noch auf Rot sensibilisiert ist - soviel zur Idee mit der roten Glühbirne als Schutzlicht. :>

Gast

Beitrag von Gast » Fr Mär 04, 2011 8:34 pm

Martin.M hat geschrieben: gibts denn wirklich kein Standart-Rezept für SW Filme?
Ich frage deswegen weil ich eine (derzeit stillgelegte) 3M Durchlaufentwickelmaschine besitze. Die ist eigentlich zuständig für das Entwickeln von SW Filmen aus dem Postscript-Belichter, das ist eine andere Welt :wink: Sie hat 2 beheizte Bäder + 1 Wasserbad und ausgangsseitig Warmluftgebläse. Einstellbar ist das Durchlauftempo und die Temperatur des Entwickler- und des Fixierbades.
Wenn Du bei einer Filmsorte bleibst, kein Problem. Wenn Du öfter wechselst, dann musst die Durchlaufzeit oder die Entwicklertemperatur verändern.

In Rotationsentwicklung hatte ich für Ilford Delta400 und Agfa APX100 in ID-11 1+1 gleiche Zeiten, das war aber eher Zufall...

Der O.g. Entwickler ist bei Verdünnung 1+1, wie benutzt, ein Einmalentwickler, das heisst, nach jedem Durchlauf Brühe wechseln. Mehrfachentwickler benötigen mit zunehmender Ausnutzung Verlängerungsfaktoren bei der Entwicklungszeit, die man berücksichtigen muss, sonst werden die Ergebnisse immer dünner.

Martin.M
wenige Posts
Beiträge: 8
Registriert: Di Feb 22, 2011 6:17 pm

Beitrag von Martin.M » Fr Mär 04, 2011 9:13 pm

FütterMeinEgo hat geschrieben:Mehrfachentwickler benötigen mit zunehmender Ausnutzung Verlängerungsfaktoren bei der Entwicklungszeit, die man berücksichtigen muss, sonst werden die Ergebnisse immer dünner.
hallo,

dafür hat die Entwickelmaschine Dosierpumpen, die dann und wann etwas hinzugeben (refresh, einstellbar). Ebenso gibt sie über beiden Bädern etwas Argon um Oxidation zu vermeiden.
Es ist natürlich fraglich ob sich das überhaupt irgendwie rechnet, die alte Kiste ist für eine Durchlaufbreite von 660mm konstruiert und hat entsprechend große Bäder, die Rolleneinschübe sind einen knappen Meter tief, Füllmenge um 15L je Bad :oops:
Man kann also 10 MF Filme nebeneinander durchlaufen lassen :lol:

Ich hab 10 Jahre lang von Offsetdruck gelebt, dann abgeschaltet und geh nun wieder arbeiten. Die Sachen sind alle noch da.

nette Grüße
Martin

Gast

Beitrag von Gast » Sa Mär 05, 2011 12:22 am

Martin.M hat geschrieben:...Füllmenge um 15L je Bad :oops:
Dann haste ja zu tun, damit sich das rechnet... :mrgreen:

FRAME-Fotoproduktion
postet oft
Beiträge: 278
Registriert: Fr Mär 04, 2011 4:05 pm

Beitrag von FRAME-Fotoproduktion » Sa Mär 05, 2011 7:54 am

Ich hab keine Ahnung wo der TO her kommt.
Wenn er aus München oder Umgebung ist ... dann könnte ich den Agfa mal bei mir in ID-11 durchlaufen lassen.

Und so teuer ist die Anschaffung für die eigene Entwicklung nicht :

- KB-Film Entwicklerdose von JOBO
- Entwickler-Chemie (ILFORD oder KODAK)
- Fixierer

außerdem :
- ein wenig Übung um den Film richtig und vor allem im stock-dunkel in die Spirale einzufädeln.
- einen stock-dunklen Raum (z.B. Besenkammer)
- eine Schere
- eine Wäscheleine inkl. Klammer (um den nassen Film aufzuhängen)
- Samthandschuhe

Glaub mir ... wenn Du das mal raushast ... wirst Du es lieben mit den verschiedensten SW-Filmen selbst zu experimentieren.

Das Teuere an der Selbstentwicklung ist einzig und alleine der Vergrößerer mit Timer.

Viel Vergnügen beim selbst entwickeln.

Gandalf
wenige Posts
Beiträge: 7
Registriert: So Mai 29, 2011 8:04 pm
Wohnort: Bodensee

Beitrag von Gandalf » Di Mai 31, 2011 10:29 pm

Hallo, exithell;

Dein thread ist ja schon sehr lange her. Meinerseits als engagierter Amateur möchte dazu anmerken:

- Die 15 € für eine, wie richtig bemerkt wurde, zweifelhafte Entwicklung, vor allem was Kontrastmodulation und Körnung angeht, würde ich wirklich nicht ausgeben. - Für 15 € würde ich Dir sogar mal einen Film entwickeln.

- Wie auch schon gesagt ist: Wähle Dir am Anfang ein oder zwei verschiene Filme aus, die Du als "Standard" verwendest. Dazu als Entwickler beispielsweise ID 11 / = D76. Entwicklungszeiten findest Du u.a. in der Tabelle von Foto-Impex oder bei Phototec (empfehlenswert!). Je nach Geschmack, kannst Du davon in 10% Schritten dann abweichen, um höheren Kontrast, höhere Ausgangsempfindlichkeiten, oder so zu beeinflussen. - Wichtig ist am Anfang immer die PRozess-Konstanz.

- Eqipment: Neben den Chemikalien, beispielsweise ID 11 / D 67, Fixierlösung oder -salz - und etwas Essigenssenz aus dem Supermarkt zum Zwischenwässern und Endwässern; am wichtigsten: Ein Entwicklungstank, z.B. gebraucht bei ebay, gut sind PAterson oder auch Jobo, für etwa 15-20 €; ein genaues Thermometer, am besten in zehntelGrad-Schritten; ein paar Wäscheklammern zum Aufhängen des Films nach dem Wässern - und das wär's.


Nun und dann einfach mal loslegen; wichtig ist, die Zeit auf etwa einer halben Minute beim Entwickeln und die die Entwicklungstemepratur auf einen Grad genau einhalten; beim Fixieren spielt das kaum eine Rolle. Die IDealtemperatur liegt irgendwo zwischen 20° und 24°C; es geht auch bei 28°C. Lieber geringer verdünnen, d.h. liebe 1:3 als 1:1; man hat zwar längere Entwicklungszeiten, aber mehr Spielraum, und: lieber wärmer als zu kalt!


Yours truly
Gandalf

Antworten

Zurück zu „Bildbearbeitung im Labor“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast